Führung im Vergleich: Männerstimmen Folge #3

Shownotes

In der dritten Männerstimme spricht Björn mit Till Brendel – VP Enablement & Operations bei Enpal, verantwortlich für mehrere hundert Mitarbeiter in mehreren Ländern. Tills Karriere ist die ungewöhnlichste der ganzen Serie: Er hat als Praktikant auf einem Schiff angefangen, sich zum Offizier mit Kapitänspatent hochgearbeitet – und dabei gelernt, was Führung wirklich bedeutet, lange bevor er je ein SaaS-Unternehmen von innen gesehen hatte.

Was ihn von vielen anderen Gästen unterscheidet: Till hat nicht nur Führung erlebt, sondern systematisch darüber nachgedacht. Und das hört man.

Was euch in dieser Folge erwartet:

Till beschreibt Führung anhand von vier konkreten Prinzipien – und beginnt mit einem, das die meisten Führungskräfte erst gar nicht auf dem Zettel haben: die Gesundheit der Mitarbeiter erhalten. Physisch und mental. Urlaub ist Urlaub. Pausen sind Pausen. Wer ausbrennt, nützt niemandem.

Prinzip zwei: Er sieht sich nicht als Entscheider, sondern als Blocker Remover. Seine Leute erreichen die Ziele – seine Aufgabe ist es, ihnen dafür die Ressourcen zu sichern. Prinzip drei: Er gibt Ziele vor, nicht Wege. Weil er überzeugt ist, dass Menschen sich von alleine den effizientesten Weg suchen – wenn man sie lässt. Und Prinzip vier: Integrität. Nicht im Sinne von Perfektion, sondern im Sinne von Verlässlichkeit.

Beim Thema Fehler erzählt Till offen von einem Fall, der ihn noch heute beschäftigt: Er hat einem sehr loyalen Abteilungsleiter ein anspruchsvolles Projekt übertragen – mit voller Freiheit. Und hat dabei übersehen, dass genau dieser Mensch niemals zugeben würde, wenn er Hilfe braucht. Das Ergebnis: acht Wochen zu spät eingegriffen, Projekt beinahe gegen die Wand gefahren. Sein Learning: Volle Freiheit funktioniert nicht für jeden. Und wer seine Leute wirklich kennt, muss manchmal schützend eingreifen – auch wenn sie es nicht verlangen.

Beim Loslassen überrascht Till mit einer Differenzierung: Normale Aufgaben delegiert er problemlos, weil er akzeptiert hat, dass das Ergebnis nie zu 100 Prozent seinem eigenen Modell entspricht – und das gut so ist. Aber kritische Entscheidungen mit großem Impact lässt er bewusst auch von seinen Abteilungsleitern treffen. Nicht weil er die Verantwortung abgeben will, sondern weil man Verantwortung nur wirklich verstehen kann, wenn man sie selbst gespürt hat.

Was er vom Team gelernt hat: Die besten Ideen kommen von der Basis – aber du wirst sie nie alle hören, egal wie offen deine Kultur ist. Tills Lösung: wöchentliche anonyme Umfragen, auch für seine Direct Reports. Und: Jeder, der Feedback gibt, bekommt eine Rückmeldung. Immer. Egal was dabei rauskommt.

Sein Wort für Unternehmenskultur? Durchhalten. Verlässlich bleiben. Langfristige Ziele nicht für kurzfristige opfern. Und eine Portion Leidensfähigkeit – denn je höher man kommt, desto mehr muss man ertragen. Von oben, vom Markt, von den eigenen Leuten.

Themen der Folge:

Vier Führungsprinzipien – von Mitarbeitergesundheit bis Integrität Was ein Kapitänspatent mit moderner Führung zu tun hat Ein konkreter Fehler: Zu viel Freiheit für den falschen Moment Loslassen – und warum kritische Entscheidungen trotzdem ans Team müssen Warum du nie alle Informationen von unten bekommst – und was du dagegen tun kannst Durchhalten als Führungsprinzip: Verlässlichkeit, Diplomatie, Leidensfähigkeit

🎙️ Führungsstimmen bei ungefiltert – jeden Mittwoch eine neue Stimme, dieselben Fragen, ehrliche Antworten.

Transkript anzeigen

00:00:01: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von den ungefilterten Männerstimmen.

00:00:04: Ich habe heute einen Gast bei mir, über die ich mich sehr freue weil er hat ohne zu zögern sofort Ja gesagt als ich ihn angefragt hab aber Lust hat mal was zum Thema zu sagen.

00:00:15: Wir haben uns ja eigentlich kennengelernt über LinkedIn weil wir beide bei live teachers als live teacher Engagiert sind.

00:00:21: insofern lieber tisch stelle dich doch mal kurz vor damit die Leute wenigstens wissen mit wem wir heute reden.

00:00:27: erst einmal danke für die Einladung.

00:00:29: nochmal.

00:00:30: und Ja, wer bin ich?

00:00:32: Till, siebenunddreißig.

00:00:34: Ich habe zwei kleine Töchter und eine Frau, wohnen ein bisschen östlich von Berlin.

00:00:38: Und ja ganz ursprünglich bin ich mal zur See gefahren quasi mich vom Praktikant hoch gearbeitet, offiziere zum Schluss mit Kapitänspatent, bin dann über Rheinmetall-Amazon jetzt schlussendlich bei Enpal gelandet.

00:00:51: seit anderthalb Jahren, circa finde ich da als VP für den Bereich enablement strichstrich operations zuständig für mehrere hundert Leute ein paar Ländern und wir verbinden im Prinzip Sales mit Fulfillments als Wirbelsäule.

00:01:07: Genau, das war die ultra kurz Intro zu mir!

00:01:10: Okay okay dann noch mal... Als ich angefragt habe, ich hab mir so eine Liste gemacht mit Leuten aus meinem Netzwerk auf dich Bock hätte und dann war mir relativ schnell klar Mensch spannend was du so gemacht hast bisher und Führung ist ja meiner Meinung nach immer noch eines der Themen überhaupt, also gerade jetzt in dieser Zeit.

00:01:28: Gerade auch was dem Bereich Sales angeht und du hast als einziger sofort zugesagt.

00:01:34: Also wirklich so BIM!

00:01:35: Ja ich mach's sag mir doch mal warum.

00:01:39: Das ist eine sehr gute Frage.

00:01:41: Ich glaube einerseits weil ich konnte dort sehr viel Erfahrung sammeln.

00:01:46: seitdem ich irgendwann Anfang zwanzig war habe ich ja schon hunderte Leute quasi unter mir gehabt auf einem Schiff Und habe da viel mitgenommen, habe dabei gelernt über die Firma wo ich war dass sehr viele Führungskräfte auf allen möglichen Ebenen ultra schnell befördert worden sind.

00:02:04: Aber eher so im Hinblick auf Performance Output waren sie gut quasi als Fachkraft.

00:02:09: okay alles klar du hast Team Lead aber ich hatte gesehen das dort viele Menschen sind die gar nicht wirklich verstehen was Führungen eigentlich sein kann oder sollte Und nicht, dass ich da jetzt perfekt bin.

00:02:21: Aber ich merke, dass sich der Öfters mal einen anderen Blick gehabt habe und dachte ja klar so wenn du fragst.

00:02:25: Ich teile gerne einfach das was ich für mich für gut halte.

00:02:32: Cool sehr cool!

00:02:33: Da lassen wir uns noch direkt rein starten.

00:02:35: Erste Frage alle Fragen sind übrigens immer gleich vielleicht auch nochmal dahin was?

00:02:39: Das heißt jeder bekommt die gleichen Fragen weil ich finde es ganz spannend.

00:02:42: also können wir hinten raus einfach auch Mal schauen wie so jeder das anders sieht.

00:02:47: Was bedeutet Führung für dich heute ganz persönlich?

00:02:52: Gerade wenn du es ja schon ein paar Jahre machst, hat sich das wahrscheinlich auch verändert im Laufe der Jahre.

00:02:57: Also verändert sage ich mal kurz auf jeden Fall Ja in dem Sinne von okay.

00:03:02: Till gibt Anweisungen und Du musst Ziele erreichen Hatte es sich sehr stark verändern kann man schon so sagen.

00:03:11: Aber gut, also was heißt das für mich persönlich?

00:03:13: Es sind für mich persönlich eher so vier Säulen oder vier Grundprinzipien.

00:03:17: Nummer eins ist.

00:03:19: Meine Mitarbeiter sind für.

00:03:22: meine Aufgabe ist es die Gesundheit meiner Mitarbeiter zu erhalten.

00:03:26: Das heißt physisch aber auch mental.

00:03:28: Das heisst Urlaub ist Urlaub Pausen sind Pausend.

00:03:32: wir müssen ausgewogene Arbeitszeiten sorgen.

00:03:36: Das kann manchmal auch sehr viel sein über bestimmte Zeiträume.

00:03:39: Es ist in Ordnung, wenn man das ausgleichen kann.

00:03:42: Genauso wie wenn jemand sich krank meldet, ist er eben krank.

00:03:46: Meine Aufgabe ist es zu schaffen und ein gutes Gespür zu haben für die Leute vor allem, wenn sie sich über einen gewissen Zeitraum verändern.

00:03:53: fangen Sie an nachts über Nachrichten zu schreiben ändern sie ihr Wesen werden sie reizbarer usw.

00:03:59: Das ist so meine Aufgabe Arbeitskraft erhalten.

00:04:02: Ich habe nichts davon, der Mitarbeiter auch nicht wenn wir den verbrennen oder ich mich irgendwie verbrenne und dann bin ich weg.

00:04:09: Kann.

00:04:09: Nummer zwei ist, ich sehe mich immer so als Blocker-Remover weil ich erreiche keine Ziele.

00:04:14: meine Leute erreichen die Ziele im Endeffekt für mich Und ich muss dafür sorgen dass sie ihre Ressourcen haben.

00:04:21: Ressoursen kann Budget sein, kann Menschen sein, können Tools sein.

00:04:25: Das kann aber auch bedeuten das ich in Eskalation tätig werde und vielleicht konkurrierend Teams irgendwie probiere, zu einem Konsens bewegen.

00:04:36: Nummer drei ist ich arbeite sehr gerne über Freiheit, Schrägstrich.

00:04:42: Kreativität heißt Ich gebe ein Ziel vor aber nicht den Weg dahin.

00:04:47: Hängt natürlich ein bisschen davon ab mit wem ich gerade spreche.

00:04:49: sind das erfahrene Leute oder nicht?

00:04:52: Aber ich bin kein großer Fan davon zu sagen pass auf du musst das so machen weil ich bin davon überzeugt dass Menschen sich von alleine in der Regel den effizientesten Weg suchen und dieses selbst wegsuchen, selbst kreativ werden.

00:05:07: Die eigene Lösung zu sehen wenn sie funktioniert ist halt unheimlich geil und motivierend für die Menschen.

00:05:12: das habe ich gelernt und nutze dass auch sehr viel.

00:05:17: genau.

00:05:17: ein letzter Punkt es für mich ja Integrität heißt Ich möchte ein Vorbild sein und vorbild sein heißt nicht ich bin perfekt.

00:05:25: Vorbild sein heißt für mich, ich bleibe den Sachen die ich sage und die ich mir vorzuleben auch träume.

00:05:30: Ich weiche nicht davon ab außer es gibt einen sehr guten Grund und dann erkläre ich denen.

00:05:36: Genau das ist die Kurzvariante.

00:05:39: Wow cool!

00:05:41: Für wirklich gute Tipps.

00:05:42: befassen Sie nachher.

00:05:43: nochmal schön zusammenabend für die Leute, dass sie sich einfach mitnehmen können.

00:05:48: Danke Meine Lieblingsfrage, weil wir stellen sie auch im ungefilter Podcast immer allen Gästen.

00:05:54: Zum Schluss ist ihr unangekündigt, die ist ja angekündigte.

00:05:57: Wann hast du zuletzt mal einen Fehler gemacht und wie bist du mit dem Team damit umgegangen?

00:06:02: Also Fehler im weitesten Sinne, also ein Fail wo du wirklich denkst, ich hätte dich besser machen können oder anders machen können.

00:06:09: Ja erstmal weißt du Erführungskräfte machen keine Fehler, deswegen würde mir die Frage überspringen.

00:06:14: Genau!

00:06:17: Ich hatte vor ein paar Monaten einen sehr erfahrenen Abteilungsleiter, aber hundertprozent operativ.

00:06:23: Und er kam auf mich zu und hat gesagt, Till ich würde gerne auch mal mich an einem Projekt ausprobieren.

00:06:27: Und ich hatte zu dem Zeitpunkt, sage ich mal in erweiterten Sinne, ein Tech Hardware Test und Rollout-Projekt.

00:06:35: Eine große Volumenabteilung bei mir und ich habe zumindest so pass auf.

00:06:40: Du übernimmst das Projekt wir definieren die Ziele Art von Reporting usw.

00:06:46: und du machst es!

00:06:47: Und ja, wir haben das quasi abgestimmt.

00:06:51: Die Stakeholder noch zusammen definiert und dann war sein Requirement aber gesagt till ich möchte es alleine machen und schaffen.

00:06:57: du bekommst einmal die Wochen Report von mir.

00:07:00: Das war für mich auch fein so.

00:07:02: Ich habe ihn also alleine loslaufen lassen und wöchentlich Zahlen haben gepasst.

00:07:07: War noch so die Testphase.

00:07:08: Wo war jetzt der Fehler?

00:07:09: Was ist passiert?

00:07:14: Nach ich würde sagen acht Wochen kam ein paar andere Stakeholder auf mich zu und haben gesagt, Till irgendwas läuft in diesem Projekt nicht richtig.

00:07:21: Ich weiß nicht ob die Person vielleicht überfordert ist.

00:07:24: So ich habe dann also mit dem Projektmanager geredet und hab ihm ehrlich darauf angesprochen, habe gesagt pass auf!

00:07:30: Ich sehe das jetzt an den Zahlen nicht.

00:07:32: aber bist du der Sache gerade gewachsen?

00:07:35: noch ein bisschen diplomatischer formuliert?

00:07:37: Und er sagte nein bin ich nicht.

00:07:40: Was habe ich unterschätzt?

00:07:40: was war mein Fehler?

00:07:45: ein sehr, sehr loyaler Typ der immer alles schaffen will.

00:07:48: Der will mich halt niemals enttäuschen und er wollte halt nicht zugeben till ich habe das nicht unter Kontrolle.

00:07:55: Ich brauche Hilfe so.

00:07:57: Ich wusste das eigentlich und hätte ihn viel enger quasi begleiten müssen.

00:08:02: also für mich daraus gelernt till du musst Leute manchmal zu ihrem Glück zwingen und der hundert Prozent Freiheitsansatz funktioniert halt nicht immer.

00:08:10: Das war genau da der Fall.

00:08:12: Wie sind wir jetzt damit umgegangen?

00:08:13: oder ich?

00:08:14: und dann auch so im Team?

00:08:17: Ich habe quasi im Absprache mit ihm das Projekt jemand anderem gegeben.

00:08:21: Und hab dann aber den Stakeholdern auch, weil die waren schon sehr kritisch und quasi im Sinne von der hat es versaut.

00:08:27: Nein pass auf große Teile sag' ich mal in Anführungszeichen.

00:08:31: der Schuld trage ich, weil ich habe ihn da nicht eng genug irgendwie Guidance gegeben.

00:08:37: Dadurch hat er sich jetzt nicht schlecht gefühlt.

00:08:42: Und er hat sich weniger schlecht gefühlt, weil ich trotzdem enttäuscht.

00:08:47: Klar!

00:08:48: Aber er hat gemerkt dass ich mich vor ihn stelle und die anderen Stakeholder haben auch gemerkt Till ist jetzt niemand der sagt ha-ha Der hat es versaut war ich quasi gemeinsam mit ihm.

00:08:58: und ja jetzt reiß mir zusammen das Ruder um Fazit wir haben alle was gelernt.

00:09:04: Projekt wurde dann erfolgreich abgeschlossen.

00:09:06: Ich habe sehr sage ich mal immer noch mithilfe von anderem richtigen Zeitpunkt erkannt aber das war hätte ein großer gravierender Fehler sein können.

00:09:16: Es ist ein gutes Learning, dass sie sich selber auch mal zu sagen okay wenn du das Gefühl für deine Leute hast, dass du merkst irgendwie so ich weiß eigentlich schon, dass das passiert dann aber auch ja die Eier zu haben und zu sagen ey ich glaube nicht, dass es gut geht weil wir wollen ja oftmals habe ich jedenfalls so das Gefühl auf wir wollen den Leuten also wir wollen unsere leute auch pushen und wir wollen sehr unterstützen Wir wollen, dass Sie weiterwachsen all diese dinge.

00:09:38: aber wenn Du's selber schon schon weiß, dann tust du ihn damit halt keinen Gefallen.

00:09:43: Im Grunde genommen zu sagen komm machst das trotzdem?

00:09:45: also dass auch eine gute Erkenntnis finde ich Ja muss man muss man sich auch erst mal eingestehen ja Ich habe da auch gerade so zwei drei Sachen Wo ich wirklich echt auch hart mit mir selber ins gericht gehe so ein bisschen weil ich denke okay ist dem anderen gegenüber halt auch nicht Nicht fair wenn ich selber schon weiß also einfach wirklich auch so Ist ja nicht absichtlich jetzt offene messer laufen lassen aber es ist halt trotzdem letztendlich und am strich wenn wir ehrlich sind geht es ja so ein bisschen in diese Richtung.

00:10:12: Ich glaube, das ist sehr guter Tipp.

00:10:15: einfach dann auch zu sagen, Leute wenn ihr das Gefühl habt sprecht es an finde ich cool.

00:10:21: Mein Lieblingsthema Loslassen als Führungskraft!

00:10:26: Gibt's was, was dir schwer fällt loszulassen und wenn ja warum?

00:10:33: Das ist die Verbindung mit Frage zwei.

00:10:36: eigentlich fällt mir nichts Konkretes Schwer, aber ich habe trotzdem ein paar Ideen dazu.

00:10:44: Also warum fällt mir das nicht mehr schwer?

00:10:46: War vielleicht mal früher anders weil ich weiß wenn ich eine Aufgabe verteile Ich will eine Analysen-Reporting.

00:10:53: Ich möchte eine bestimmte Sache erreicht haben weiß ich eigentlich.

00:10:56: zu hundert Prozent wird es nicht passieren Weil ich habe ein anderes Modell im Kopf, für irgendwas aussehen sollte.

00:11:03: Wenn mir jemand anders seine Lösungen ansatzpräsentiert dann passt er halt einfach nicht.

00:11:08: das ist so wenn man so eingestellt ist, dass man weiß okay das braucht halt immer ein paar iterationen Dann fällt das schon mal leichter und menschen machen Fehler usw.

00:11:19: also loslassen generell kein problem.

00:11:22: aber Was probiere ich jetzt?

00:11:24: und wo ist es dann doch wieder ein Problem?

00:11:26: Bei besonders kritischen Entscheidungen, also entweder hoher Zeitdruck oder Riesenimpakt auf Kennenzahlen usw.

00:11:35: sind das Sachen die sage ich mal in Anführungszeichen irgendwo in meine Gehaltsstufe fallen und die muss ich eigentlich treffen.

00:11:42: diese Entscheidung mache auch gern aber was habe ich gelernt?

00:11:46: darauf im Schiff?

00:11:48: Ich werde ja quasi die Riege unter mir wird ja niemals Lernen was ich tue und diese Verantwortung spürt, wenn sie diese Entscheidung nicht mal selbst getroffen haben.

00:11:56: Und um Sie darauf vorzubereiten dass ihr hoffentlich alle mal so die Schritte nach oben gehen können wie wie ich da vielleicht.

00:12:04: Mach ich das so, dass ich mittlerweile kritische Entscheidungen auch von meinen Abteilungsleitern treffen lasse.

00:12:10: Ihnen aber vorher sage pass auf Ich vertraue dir du bist der Experte und allein mit diesem Satz ich vertrauer dir geht ein Teil dieser Verantwortung auf die rüber.

00:12:21: de facto bin ich natürlich immer noch dran, wenn irgendwas schief geht.

00:12:24: Aber die spüren schon wirklich okay!

00:12:26: Wenn ich jetzt einen Fehler mache dann enttäusche ich vielleicht Till und so weiter... Und das fällt mir nicht leicht.

00:12:34: aber ich weiß, dass ich das machen muss.

00:12:37: damit halt sag' ich mal die Menschen in Anführungszeichen unter mir irgendwo das auch lernen wie sich das anführt weil es ein himmelweiter Unterschied ob du Verantwortung gerade stehen musst für den Fehler oder eben nicht.

00:12:49: Ja Ja, das ist ein guter Hinweis.

00:12:51: Es ist halt ein gutes Learning einfach dann auch selber Verantwortung zu übernehmen total er kann nicht nur unterstützen sehr cool okay jetzt wenn du das schon machst mit deinem Team denn es ist ja sehr cool weil es eigentlich eine gute Überleitung.

00:13:03: zur nächsten Frage was hast du vom team gelernt wo du sagst ok dass habe ich vorher anders gesehen das hab ich gar nicht so verstanden.

00:13:12: gibt's da was?

00:13:14: Ich sage immer sind anderthalb learnings anderthalt weil Nummer eins glaube ich, können sich viele Leute denken.

00:13:21: Ich habe natürlich über die Zeit gemerkt dass die allerbesten und oft auch die einfachsten Ideen kommen quasi von der Basis wenn ich das mal so nennen muss dir vorstellen ich hab in manchen Abteilungen habe ich zwischen mir und sage ich mal den Menschen die wirklich arbeiten vier Ebenen und da sitzen halt oft die Informationen die man so braucht um halt wirklich Sachen besser zu machen.

00:13:44: Das was eigentlich viele Menschen eigentlich wissen sind die geilsten Idee.

00:13:49: Was habe ich aber wirklich gelernt über all die Jahre?

00:13:52: Egal wie gut deine Kultur, deine Atmosphäre und alles ist.

00:13:56: Du wirst niemals alle Informationen quasi von unten bekommen nach oben.

00:14:00: Also quasi von oben nach unten kann ich hersteuern über mich selbst.

00:14:04: Aber Informationen von den Ebenen unter dir zu bekommen ist schwer.

00:14:09: Das mache ich quasi dagegen als ich das erkannt habe.

00:14:12: Ich hab mittlerweile so jede Woche quasi anonyme Mitarbeiter umfragen, die an alle Mitarbeiter rausgehen.

00:14:19: Da sehe ich erstmal drei vier Kennzahlen zur Friedenheit blau.

00:14:23: aber es gibt auch Freitextfelder und da kommen sehr oft gute Ideen.

00:14:27: aber auch Kritik, dass diese anonym Möglichkeiten zu kommunizieren habe ich nicht nur für die Mitarbeiter auf den niedrigeren Ebenen sondern auch für meine Direct Reports.

00:14:39: Ich denke ich hab mit meinen Abteilungsleitern ein sehr gutes Verhältnis.

00:14:43: Wir sind sehr offen, aber ich weiß auch egal wie offen manche Sachen sind halt schwer anzusprechen.

00:14:50: Das ist von irgendeiner verrückten Idee bis hin zu tillig überlegt zu kündigen und das habe ich gelernt.

00:14:57: du bewirst nie alle Informationen bekommen.

00:14:59: deshalb tut ein bestes alle Mittel und Wege zu schaffen um trotzdem ranzukommen weil Information Kommunikation ist der Schlüssel für die allermeisten sachen.

00:15:10: okay sehr cool so ein bisschen mal nicht top down, sondern tatsächlich mal bottom up wo man wirklich mal was mitbekommt.

00:15:20: Für mich einfach auch an dieser Punkt das erste was du schon sagtest.

00:15:23: Mit den Sprechen die jeden Tag mit Kunden reden zum Beispiel.

00:15:27: Du machst irgendwas, fällst irgendeine Entscheidung und die Ebene unter dir sagt noch ja kann ich nachvollziehen?

00:15:33: Die da drunter fängt schon an kritisch zu hinterfragen oder zumindest mal komisch zu gucken und spätestens der, der jeden Tag einen Kunden spricht und denen das irgendwie in irgendeiner Form dann Abbekommt womöglich hinter sitzter und denkt sich was haben die sich jetzt wieder ausgedacht?

00:15:46: so dass es eher finde ich find ich ein sehr, sehr guten hinweis.

00:15:50: Und das einfach mal aufzunehmen.

00:15:52: dazu noch eine sache was natürlich extrem wichtig ist egal wie gut oder schlecht die idee oder die kritik melde ich wenigstens kurz bei diesem mensch sagen ich hab das gelesen weil ich habe auch oft so wie hier das liest ja eh niemand.

00:16:06: dann rufe ich die person an sage ich habe das gelesene ist das wichtig ich gebe den update egal wie was dann dabei rauskommt.

00:16:14: Ja, alleine das ist einfach ein riesen Wertschätzungspunkt den man da einsammeln kann und die Menschen damit motiviert.

00:16:23: Ganz ganz wichtiger Punkt es ist halt klingt so doof.

00:16:26: aber das ist gelebte Unternehmenskultur ne?

00:16:28: Das nicht der Wert der an der Wand klebt sondern das ist das halt.

00:16:30: nein wir sagen immer wir geben Feedback und wir geben auch konstruktiv Feedback in all solche Geschichten und es hört schon damit auf dass wir einfach mal sagen hey danke habe ich gelesen ich nehme das mal mit aufs Liste.

00:16:40: Kann sein, dass das dauert bis du eine Rückmeldung von mir bekommst.

00:16:43: Aber es ist drauf so und schon schon glaube ich ist es da wo's hin soll nämlich irgendwie okay als klar er hört mich So und wir wissen alle selber Entscheidungen werden halt oftmals irgendwie ja dann auch vielleicht anders gefällt aber trotzdem hast Du nicht das Gefühl du bist ungehört finde ich einen sehr sehr guten sehr sehr guten tip.

00:17:01: Das cool das bringt uns direkt auf punkt fünf.

00:17:05: Die frage ist so ist so komisch gestellt irgendwie Was so Unternehmenskultur ist?

00:17:12: Vielleicht zum kurzen Erklärung, wie wir darauf gekommen sind.

00:17:14: Aline und ich in unserem Podcast, wir stolpern immer wieder darüber.

00:17:17: Das ist eigentlich die Grundlage.

00:17:19: allen Guten und alles Gute und allen Übels eigentliches.

00:17:22: Also Campany Culture ist für unserer Meinung nach und auch unsere Erfahrung noch einfach das was dafür sorgt.

00:17:29: mit aber da glücklich sind sie nicht glücklich.

00:17:31: Was ist Campany culture eigentlich?

00:17:34: Es sind diese vier Arten Unternehnenskulturen, die es gibt.

00:17:36: Nein, ich glaube es ist halt viel mehr.

00:17:40: Wenn das für dich wirklich so eine tägliche Entscheidung ist, was ist es für dich?

00:17:45: Was du immer wieder sagst.

00:17:46: Das ist so viel Kultur, dass treff ich bewusst immer wieder unterstehe einfach voll zu, das ist für mich wichtig.

00:17:54: Du hast ja schon gesagt, es ist ne komisch formulierte Frage.

00:17:57: Ich werde dir komisch formuliert antworten.

00:18:01: Also wozu entscheide ich mich quasi jeden Tag bewusst und möchte, dass ich meinen Leuten auch vermitteln.

00:18:08: Ich entscheide mich jeden Tag bewusst fürs Durchhalten.

00:18:12: Und das klingt jetzt vielleicht ein bisschen pathetisch oder vielleicht irgendwie dumm oder negativ, aber das soll es gar nicht sein.

00:18:18: Durchhalten heißt für mich quasi an den Sachen die mir wichtig sind festzuhalten.

00:18:24: also ich möchte verlässlich sein jederzeit für meine Leute zu antworten einfach meine Ziele weiter zu verfolgen, immer diplomatisch zu bleiben.

00:18:34: So schwer das manchmal auch sein mag und es ist oft schwer.

00:18:42: Solche Sachen die für mich eine hohe Hohen Stellenwert haben wie zum Beispiel niemals langfristige Ziele für kurzfristige zu Opfern halt durchhalten und das zu machen.

00:18:52: Egal wie schön dass manch mal irgendwie aussieht auf dem Papier til denn wenn du jetzt das machst werde ein Problem sofort gelöst.

00:18:58: aber naja Letzter Punkt quasi durchhalten ist für mich auch, jetzt kommt vielleicht ein Tick der Negativteil dazu.

00:19:07: Eine Portion Leidensfähigkeit.

00:19:09: Ich denke das ist vielleicht nicht immer so aber so habe ich gelernt je höher ich gekommen bin desto mehr musste ich Leidenzfähigkeit beweisen gegenüber vielleicht meinen Vorgesetzten gegenüber dem Markt aber auch gegenüber den Mitarbeitern unter mir.

00:19:24: man hat manchmal unheimlich viel zu ertragen.

00:19:27: klar man bekommt auch Schmerzensgeld dafür Aber das gehört eben dazu.

00:19:32: Also wenn man das zusammenfassen sollte, durchhalten ist gleicher.

00:19:36: Bleib halt niemals stehen und stehe wieder auf.

00:19:41: Der letzte Punkt ist extremst schön finde ich dass durchhalten leiden zu ertragen fühle ich total.

00:19:50: es ist einfach gerade.

00:19:51: ich glaube also gerade wenn.

00:19:52: bei uns Softwarebranche ist halt ja hammerhard grade und wir haben eigentlich überall struggling die leute und ich glaube das ist dieses.

00:20:01: dies durchhalten ist so beidseitig.

00:20:03: also einfach auch mal aus unternehmenssicht er haltet doch mal durch ballert jetzt nicht sofort wieder hundert leute auf pipschmeiß die raus usw.

00:20:09: und sofort weil keine ahnung mal jetzt, weil der markt gerade so ist wie er ist und es schwierig ist sondern auch da haltet mal durch.

00:20:16: aber gleichzeitig auch für den mitarbeiten dann einfach wirklich zu sagen Das kann ich voll und ganz unterstreichen ist im moment auch mein, mein größter pain.

00:20:24: Mein größter struggle einfach zu sagen egal was gerade ist egal wie die Einflüsse gerade sind Wo ich wirklich gar nichts gar nicht dagegen machen kann.

00:20:32: trotzdem halte ich durch und ziehe durch Und mach weiter so.

00:20:35: irgendwie weil weil es einfach weil das ziel immer noch da ist und was einfach was gut ist was man macht sehr cool Sehr sehr sehr cooler hinweis.

00:20:43: vielen dank.

00:20:45: Ja fünfmal antwort.

00:20:47: Danke für deine ehrlichen Antworten.

00:20:50: Dafür, dass du die Hose runtergelassen hast?

00:20:52: Das ist nicht ganz... Ich weiß!

00:20:53: Es ist einfach auch mal zu sagen hey was nicht toll ist wir reden immer so ganz häufig darum na auch gerade bei LinkedIn was es alles toll das ist alles schön Ganz viel Hochglanz und wir haben uns eigentlich ein bisschen auf die Fahne geschrieben.

00:21:04: Wir wollen halt auch mal so ein bisschen die andere Seite beleuchten.

00:21:06: Deshalb an dieser Stelle schon Mal vielen Dank Dass Du dabei warst.

00:21:11: Ja Den Zuhörern kann ich nur sagen, jeden Dienstag ungefiltert.

00:21:13: Männer stimmen Frauenstimmen, Führungsstimmen.

00:21:16: Erhört mal rein!

00:21:17: Sobald es live geht werdet ihr dem bewusst werden.

00:21:20: Ansonsten Till an dieser Stelle nochmal vielen Dank und euch allen eine schöne Woche

00:21:27: sehr gerne.

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