Perfektion ist der größte Wachstumsblocker

Shownotes

Beschreibung

ungefiltert – der authentische Sales Podcast Host: Bjørn Gast: Matthias Alkier

In dieser Folge sprechen Bjørn und Matthias über Perfektionismus und darüber, warum er im Vertrieb, in der Führung und im persönlichen Leben oft mehr blockiert als hilft. Es geht um Angst vor Bewertung, um Vergleich im Sales, um Führung ohne starre Leitplanken und darum, warum unperfekte Persönlichkeiten oft deutlich mehr Wirkung erzeugen als glattgebügelte Perfektion.

Inhaltsverzeichnis 00:00 Einstieg in die Folge und warum Perfektion Fortschritt ausbremst 00:30 Vorstellung von Matthias Alkier und sein Weg aus Musikszene, Start-ups und Vertrieb 03:40 Warum das Thema Perfektionismus so viele Menschen betrifft 04:30 Wie Perfektionismus entsteht: Prägung, Erziehung und Konditionierung 06:10 Perfektionismus als Stärke und gleichzeitig als Bremse 07:00 Der Zusammenhang zwischen Anerkennung, Liebe und Leistung 08:00 Perfektionismus in Führung: Warum der eigene Anspruch nicht auf andere übertragbar ist 10:00 Gute Führung statt perfektionistische Kontrolle 13:00 Perfektionismus als Versteck und Schutzmechanismus 14:00 Was passiert, wenn man den eigenen Perfektionismus nicht hinterfragt 15:00 Wie Perfektionismus in Überforderung und Burnout führen kann 16:00 Angst vor Bewertung und Angst vor Erfolg 18:30 Warum viele gute Ideen nie umgesetzt werden 20:00 „Aus der Angst geht nur durch die Angst hindurch“ 21:00 Wenn alles scheiße wirkt: Anspruch vs. Realität 22:00 Vergleich als größter Feind von Zufriedenheit 22:30 Warum Sales Vergleich und Perfektionismus systematisch fördert 26:00 Führungskräfte müssen Orientierung geben statt Vergleich zu verstärken 27:00 Das Problem mit Top-Performern als einzigem Maßstab 33:00 Warum Ziele nur funktionieren, wenn sie echten Wert haben 35:00 Perfektion interessiert niemanden – Wirkung entsteht durch Überraschung 36:00 Warum KI-Standardisierung im Vertrieb langweilig geworden ist 37:00 Mehr Persönlichkeit statt Gleichschaltung im Sales 39:00 Warum unperfekter Outreach heute oft besser funktioniert 41:00 Unterschiedliche Stärken statt perfekter Einheitsteams 44:00 Warum Perfektionismus oft einfach Angst in anderem Gewand ist 45:00 Mehr Sido wagen: Ecken, Kanten und Mut im Business 46:00 Was passiert, wenn man sich nie traut, unperfekt sichtbar zu werden 48:00 Matthias’ persönlicher Sales Fail und ein überraschendes Ghosting 51:00 Abschluss der Folge

Darum geht’s in der Folge

  • Wie Perfektionismus schon früh im Leben geprägt werden kann
  • Warum er im Sales oft als Schutzschild funktioniert
  • Wieso Vergleich und Zielsysteme Menschen unnötig unter Druck setzen
  • Was gute Führung mit Freiraum, Orientierung und Vorleben zu tun hat
  • Warum Persönlichkeit, Unperfektion und Mut heute oft wirksamer sind als Standardisierung
  • Weshalb viele Chancen ungenutzt bleiben, wenn Menschen zu lange auf den „perfekten Moment“ warten

Wissenswertes aus der Folge Matthias Alkier beschreibt Perfektionismus nicht als angeborene Eigenschaft, sondern eher als Konditionierung. Er entsteht häufig durch Erziehung, Erwartungen und den Wunsch, Anerkennung zu bekommen oder Fehler zu vermeiden.

Ein zentrales Learning aus der Folge: Perfektionismus ist oft kein Qualitätsmerkmal, sondern ein Schutzmechanismus. Hinter dem Drang, alles perfekt machen zu wollen, steckt nicht selten Angst, vor Bewertung, Ablehnung, Scheitern oder sogar vor Erfolg.

Besonders spannend aus der Folge:

  • Perfektionismus kann blockieren statt antreiben. Er wirkt auf den ersten Blick wie Disziplin oder hoher Anspruch, ist aber oft der Grund, warum Menschen nicht ins Handeln kommen.
  • Führung darf nicht perfektionistisch sein. Wer als Führungskraft seinen eigenen Anspruch eins zu eins auf andere überträgt, nimmt Teams Entwicklung, Eigenverantwortung und Motivation. Vergleich ist im Sales allgegenwärtig und gefährlich. Ziele, Rankings und Top-Performer setzen Orientierung, können aber auch Druck, Unsicherheit und falsche Selbstbilder verstärken.
  • Nicht Perfektion, sondern Persönlichkeit schafft Wirkung. Gerade in einer Welt voller standardisierter KI-Kommunikation fällt auf, wer anders ist, Ecken und Kanten zeigt und nicht geschniegelt wie alle anderen auftritt.
  • Unperfekt liefern ist oft besser als perfekt warten. Wer ständig optimiert, anpasst und zögert, verhindert im Zweifel, dass seine beste Arbeit überhaupt sichtbar wird.
  • Erfolg braucht nicht perfekte Teams, sondern funktionierende Unterschiede. Nicht jeder muss gleich sein oder gleich performen. Gute Teams leben von unterschiedlichen Stärken, Perspektiven und Rollen.
  • Viele Chancen scheitern an inneren Blockaden. Ob Gründung, Sales-Aktion, Karriereentscheidung oder kreatives Projekt, oft ist nicht das Umfeld der größte Bremsklotz, sondern die Angst vor dem, was passieren könnte.

Key Takeaways aus der Folge

  • Perfektionismus ist häufig Angst im Business-Outfit.
  • Wer immer nur perfekt liefern will, liefert oft gar nicht.
  • Vergleich kann im Sales motivieren, aber auch massiv blockieren.
  • Gute Führung schafft Orientierung, nicht zusätzliche Enge.
  • Persönlichkeit schlägt Standard – besonders in Outreach und Vertrieb.
  • Der perfekte Moment kommt oft nie. Wirkung entsteht durchs Machen.

Transkript anzeigen

Bjørn: Perfektion ist der Feind des Fortschritts, sagte schon Winston Churchill. Und damit herzlich willkommen zu einer neuen Folge von UNGEPHILTERT, der authentische Sales Podcast. Mein Gast heute ist der liebe Matthias Alkir und Matthias und ich sprechen darüber, warum das genau gerade dich ausbremst. Und wir reden vor allen Dingen, glaube ich, auch mal darüber, wie man da rauskommt, oder Matthias? Aber bevor wir anfangen, stell dich mal kurz vor den Leuten, die dich nicht kennen. Wer bist du? Was machst du? Und ja, wieso sitzen wir zwei heute hier zusammen?

Matthias Alkier: Gute Frage. Ja, Björn, Matthias, Matthias Alkir, mein Name. Ich komme ursprünglich aus Berlin aus der Musikszene. Das war mal in einem anderen Leben. Hörte so 2005, 2007 langsam auf. ja, dann kam die Start-up-Szene und ich war... immer in disruptiven Geschäftsfeldern unterwegs, im Vertrieb. Von ganz unten bis fast ganz oben. Fast kann ich ja später nochmal erklären. Es ging immer ⁓ Software, Platforming, ⁓ Scale-ups der ganz großen Nummer. So was wie Groupon, Auto1 oder Mac Makler. Überall da war ich und hab mich meistens dagegen entschieden mit dem Strom zu schwimmen und war am Ende in Führungspositionen im Vertrieb unterwegs. Die größten Teams, die ich gebaut habe, hatten dann auch schon mal über 100 Mitarbeiter. Wenn wir jetzt auf Track Record gehen wollen, bei Mac Makler sind wir gewachsen 20 % im Monat. Ob das jetzt mein Verdienst war, glaube ich nicht. Ich habe geholfen und dem Team die Möglichkeit gegeben, dort stark zu wirken. Am Ende ist es so, dass ich vermieden habe, ins Zielevel zu gehen und habe jetzt das große Glück, Leuten wie Börge Grotmann zusammen zu arbeiten.

Bjørn: Mhm.

Matthias Alkier: der vor sechs Jahren Singularity Sales gegründet hat und bin dort im Bereich Enterprise und Wachstumsberatung am Start. Also ich helfe, Marktführer zu bleiben oder ambitionierten Wachstumsunternehmen Marktführer zu werden, zusammen mit Berg und seinem Co-Fraum nach Radie. so eine 360 Grad Vertriebslösung hands-on an den Mann zu bringen. Wir arbeiten nur hands-on. sind keine trainierten, studierten Trainer, zertifizierten, sondern wir kommen direkt von der Front. Und das ist so mein Leben immer im Dreck und immer an der Wirkungskante. Warum wir miteinander reden? haben uns persönlich das erste Mal letztes Jahr auf dem OMR getroffen, Kaffee getrunken zusammen mit der Sarah, haben ein Foto gemacht und sind noch eine Runde ⁓ die Messe gezogen. Die Häuser waren es ja nicht. seitdem in Kontakt und jetzt sagtest du, lass uns doch mal reden. Und dann habe ich mir überlegt, was können wir denn besprechen? Großartig. Und irgendwie kamen wir auf Perfektion, Perfektionismus. Und eigentlich denkt ja jetzt jeder, doch kein Thema. Aber irgendwie, ich denke doch, oder?

Bjørn: Ja, total. Also ich war extremst dankbar, als du das gesagt hattest mit dem Thema, weil mir sofort 7500 Sachen eingefallen sind dazu. Das war so das allererste. Das zweite ist ja, ich habe da so glaube ich, so ein ähnliches Mindset zu wie du. Also ich habe auch, glaube ich, so einen ähnlichen Anspruch. Und ich weiß auch, dass ganz viele Menschen da auch echt mit strugglen, weil sie genau den gleichen Anspruch haben.

Matthias Alkier: Ja.

Bjørn: Und insofern bin ich da sehr gespannt darauf, wo sich das so hin entwickelt. Ich kann sagen, mich ist Perfektionismus tatsächlich eigentlich immer so beides gewesen. Also zum einen treibt es mich an, zum anderen ist es aber auch immer was, was mich echt voll gebremst hat, weil ich Dinge zu gut machen wollte. Kennst du das?

Matthias Alkier: Ja, absolut, das begleitet mich ja. glaube auch, also schon mein ganzes Leben, ich glaube auch, du wirst dazu erzogen. Meine Eltern studierte, ich komme ja selber aus der DDR, ja studieren nicht notwendig. Da warst eigentlich besser dran, wenn du Kfz-Mechaniker warst. Aber...

Bjørn: Mhm.

Matthias Alkier: Wenn du dann so mit einer angehenden Lehrerin als Mutter und Ingenieur dein Leben startest, dann ist so immer die Erwartung da. Da gibt es immer diese Grundregeln. Du musst liefern, du musst alles so ein bisschen irgendwie nach Leitplanke ausrichten, das muss laufen. Da ist so rechts und links nicht irgendwie cool. Und ich war immer Abenteurer. war wirklich eine schwierige Zeit, irgendwie in die Kante zu kriegen. Und dann kommst du in die Schule und dann sollst du irgendwie der leuchtende Stern werden oder was, keine Ahnung. Und ich glaube, so ein Thema wie Perfektionismus...

Bjørn: Mhm.

Matthias Alkier: damit wirst du nicht unbedingt geboren. ist eine Konditionierung. Und bei dem einen greift es, bei dem anderen nicht. Und mir wurde das halt vorgelebt. Und ich hatte den Anspruch, dem nachzukommen. Oder nachzugehen. Ja. Aber du, da kannst du jetzt eine ganz lange Geschichte draus machen. Das fängt echt früh an. Aber wie du richtig sagst, es bremst dich. Wenn du das irgendwann behandelt bekommst.

Bjørn: Hm? Hm?

Matthias Alkier: Mit dir selbst, ich glaube nicht, dass du dafür zum Arzt gehen solltest, mit dir selbst, merkst du, dass das echt nicht unbedingt eine Tugend ist. Es kann eine Stärke sein, wenn du sie nutzt und in Griff kriegst, aber es ist nichts, was dir das Leben einfacher macht.

Bjørn: Mhm. Mhm. Voll, würde ich eins zu eins unterschreiben. Ich bin selber auch Lehrerkind bei der Elternlehrer, Vater, Deutsch, Erdkunde, Mama an der Grundschule. Bei mir hat es aber tatsächlich einen anderen Hintergrund. Bei mir ist es eher so diese Geschichte gewesen, je perfekter ich hätte sein können, umso mehr wäre ich geliebt worden. das ist halt so die zweite, weißt du, worauf wir hinauswollen? Und das ist halt so der zweite ganz harte Punkt. Und ich glaube, auch das ist übrigens was, was viele wahrscheinlich ähnlich fühlen, weil

Matthias Alkier: Ja. Ja.

Bjørn: Also man glaubt, es funktioniert, funktioniert aber auch nicht. Es ist ein Trugschluss. Also zu glauben, wenn du perfekt funktionierst, dann ist auch Quatsch, kann man ehrlich sagen. Ich habe mich dann auch irgendwann dagegen entschieden und bin dann eher die Rebellionsseite oder auf die Rebellionsseite gewechselt. Das war dann eher kontraproduktiv und hat das Ganze eher noch härter gemacht. Ich glaube aber auch, dass der wichtige Punkt ist, das, was du gerade eben sagtest, dass man Wenn man es weiß, glaube ich, der erste Step schon mal ist, damit anders umzugehen. Hast du ja schon relativ viel gemacht. Du hast Führungen gemacht. Eigentlich so, dass das komplett abgeht. Ich kenne ganz viele Menschen, die selber so den Anspruch an sich haben, sehr perfektionistisch zu sein oder sehr perfektionistisch sind und dann aber auch diesen gleichen Anspruch an Kollegen, Mitarbeiter etc. haben. Für mich eins der

Matthias Alkier: Mmh.

Bjørn: eine der schwierigsten Geschichten, weil das, ich von mir selber erwarte, kann ich von anderen nicht. Wie gehst du damit ⁓ Wie siehst du das?

Matthias Alkier: Du meinst also, wenn du in einer Führungsposition bist, Perfektionismus irgendwie durch dein Leben schleppst, ob du dann als Führer der von deinen Mitarbeitern optimales Lieferergebnis erwartest. passieren. ich sag mal kann schon, kann schon passieren. Das ist ja immer eine Frage, was die Leute dir vor die Füße legen und wie sie sich selber aufstellen. Ich glaube für mich ist mein Anspruch nicht der, dass ich sage, hey liefer mal perfekt. Ich hab's ja selber gelernt, dass das nicht geht und dass es besser ist, was anders zu machen. Letztlich ist der Fakt der Wie sprichst du das am besten aus? wenn du ein Team dazu befähigen willst, gut zu sein und wenn du es hinbekommen möchtest, dass dein Team abliefert, dann ist das absolut nicht sinnvoll zu sagen, du läufst hier bitte nach klaren Vorgaben. nur bis dahin rechts, nur bis dahin links und nicht weiter als davor. Das einzige was aus meiner Sicht eine gute Führungskraft ausmacht und das hat sich dadurch entwickelt, weil ich immer so viel schlechte auch gesehen habe, nicht nur gute, auch viel schlechte, ist A. dass du dem Team den Rücken frei hältst, b. dass du mit dem Team benchmarkst und auch zeigst, dass das was du erwartest, du selbst auch kannst und dass du immer Wege findest, wie ihr gemeinsam Ziele erreicht, die realistisch von dir mitbestimmt sind. Und ich habe immer zu meinen Leuten gesagt, wenn die irgendwie reinkommen, was wollten,

Bjørn: Mhm.

Matthias Alkier: habe die erstmal reden lassen und dann habe ich mit denen reflektiert und habe gesagt, weißt du was, ich bin ja ein Freund von dir jetzt. Wenn du das jetzt so unbedingt möchtest, was hast du mir denn anzugeben? Und das sind so Erlebnisse, die ziehen sich dann auch in den Tag rein. Also wenn jemand unbedingt, hatte ich letztens erst so Thema, da hat mir jemand offenbar auch inspiriert, da sagt so Mädel, ist

Bjørn: Mhm.

Matthias Alkier: Ja, eigentlich aus meiner Sicht der perfekte Key Account Manager, der sagt die zu mir, naja, ich muss hier in diesem riesengroßen Konzernumfeld tatsächlich mitten öffis zu den Kunden fahren. Ich bräuchte doch und dann ging das los und wir machen und warum habe ich nicht das Auto und war hier Tankkarte und den ganzen Kram oder was weiß ich, Ladekarte. Sei hast recht, absolut. Jetzt ist doch aber der Fakt der. letztendlich. Ja, geh doch mal zu deinem Vorgesetzten und sag dem nicht, brauch ein dringend ein Auto, weil das vom Status her nicht passt. Wie wärs denn, wenn du zu deinem Vorgesetzten gehst und sagst, guck mal, ich mach eigentlich kein Key Account, aber so befähigt, ich bin. Ich hol dir einfach von meinem Toppartner, den ich im Success betreue, Lookalike. Weil offenbar der Quizel läuft es ja nicht ganz so optimal. Und wenn ihr es macht, wie sieht es denn dann mit dem Auto aus? Ähnlich habe ich es auch Ihrem Vorgesetzten vorgeschlagen und ich weiß, ihr habt echt nicht das Incentivesystem, was das hergibt, weil ihr mit eurem Betriebsrad hier in den Leitplanken lebt. Macht es doch einfach über das Thema. Aber zurück zum Thema, Führen nach perfektionistischem Vorbild macht keinen Sinn, weil du nimmst den Leuten die Möglichkeit, sich selbst zu entfalten und ihre Stärken auf den Tisch zu legen. Das ist definitiv bewiesen. Und ich Leute erlebt, die es versucht haben, Teams in Themen rein zu zwingen, in so einen Perfektionismus rein zu... drängen und das hat nie funktioniert. hat immer dazu geführt, dass es Rebellen gab, wovon du ja schon geredet hast. Es hat immer dazu geführt, Sachen kritisiert und bekriddelt wurden, die einfach Bullshit waren, die überhaupt nichts mit dem Thema zu tun hatten. Und es hat immer dazu geführt, dass eine ganz schlechte Stimmung sich entwickelt hat.

Bjørn: Mhm.

Matthias Alkier: Egal wie gut dieser Vorgesetzte war. Und meistens sind es ja dann die Leute, die eben nicht vorleben. Und meistens sind es ja dann die Leute, die eben nicht an Ideen mitarbeiten. Und meistens sind es ja dann die Leute, die hinter der verschlossenen Tür eine Nummer ziehen und nach einer Audienz fragen. Das ist irgendwie miteinander verknüpft. Aus meiner Sicht ist dieses Perfektionismus-Thema auch so eine Art Fluchtvorhaben, was wohin man sich versteckt.

Bjørn: Mhm.

Matthias Alkier: Ja.

Bjørn: Das verstehe ich voll. Es macht es auch einfach, sich dahinter zu stellen und zu sagen, das ist nicht gut genug oder vielleicht auch du bist nicht gut genug. Ganz haarig wird es dann, wenn man feststellt, ich selber bin nicht gut genug. Aber dann sind wir an dem Punkt, wo man sagen kann, da kannst du dran arbeiten. Als allererste solltest du anfangen, die selber zu hinterfragen, wenn du merkst, dass dein ...

Matthias Alkier: Und... Ja.

Bjørn: Perfektionistischer Anspruch so groß ist, dass du selber ständig dran scheiterst, macht es halt Sinn, wie du schon ganz richtig sagtest, sich selber mal zu anzuschauen, woran liegt denn das eigentlich?

Matthias Alkier: Hmm. Aber es ist doch Angst.

Bjørn: Ja, einen glaube ich ja. zum einen auf jeden Fall, weil es ja auch eine schöne Mauer baut. Wo du wirklich sagen kannst, andersrum nimm mal jemanden, immer abliefert und der wirklich gut ist und der overperformt und alles. Der muss ja nie Angst haben, dass sich jemand mit ihm auseinandersetzt. So mit ihm als Mensch vielleicht auch. Und er selber sicher auch nicht. Wenn wir mal ganz ehrlich sind.

Matthias Alkier: Ja.

Bjørn: so jemand dann das erste Mal nicht performt und in so ein, ich sag mal bewusst Loch reinfällt. Wir beide sind lange genug im Sales, wir kennen das. Wir haben das beide schon erlebt, dass Vertriebler irgendwann mal so komplett in ein Loch einfallen und keiner weiß so richtig, woran liegt denn das gerade? Und dann, glaube ich, kannst du anfangen, damit mal so bisschen zu arbeiten und zu schauen, was ist denn das? Ist das was, wo wir so wie bei uns beiden, was uns von von Kindheit an irgendwie begleitet, ist das irgendwas, was eigentlich

Matthias Alkier: Hmm.

Bjørn: erst später kommt, wo hat das seine Ursachen, kommt das her, wo geht das hin und wozu führt das Ganze? Weil wenn wir mal ganz ehrlich sind, das kann dich ja auch massiv mal schnell, diesen Faden mal weiterzuspinnen, den Burnout schieben. Also ohne weiteres, glaube ich sogar.

Matthias Alkier: Wenn du einen krankhaften Hang dazu hast, alles perfektionistisch zu leben und wahrscheinlich zu Hause deine Seife auch nach der Zahnbürste ausrichtest, dann wird es kompliziert, das ist richtig. Ich denke, wir im

Bjørn: Ja genau.

Matthias Alkier: Ich gehe mal ins Business rein, dass mir im Business, im Sales, im Vertriebs-, im Wachstumsumfeld eine Menge Leute haben, die sich hinter Perfektionismus, vermeintlichen Perfektionismus verstecken, der Bewertung zu entgehen, ⁓ Verantwortung nicht tragen zu müssen. Das ist definitiv aus meiner Sicht ein klares Ding. Ich habe da so ein Beispiel noch aus ganz früher Zeit, das habe ich gestern tatsächlich sogar in einem LinkedIn-Post thematisiert. Ich hatte mal einen Kollegen in den Ende 90ern, das war ein super talentierter Künstler und der hat Musik produziert, die war massiv geil. Also der war von Anfang an dabei in der Entwicklung, der kannte alle, der hatte die Kontakte und der hatte einen Output, der war brutal, aber jetzt nicht veröffentlicht. Also so ein Prozent vielleicht.

Bjørn: Mhm. Mhm.

Matthias Alkier: Ja und dann eben auch nur Spaßthemen, weil da konnte man ja so ein bisschen ha ha, hm, mit dem zusammen und tralala. Aber die wirklich relevanten Dinger, was sein Potential gespiegelt hätte, was er wirklich definitiv hätte überall platzieren, hat er sich nicht getraut. Ich dachte damals, mann, was für ein anspruchsvoller Charakter, der wird mal mega die Bombe landen und schon allein der Abfall, er produziert, ist scheiße. Super und der kann gar nicht scheiße. so, ne, das reicht nicht. So, und der hatte einfach Angst. Der hatte einfach Angst, was passiert. Der hat auch so einen Begriff mir mal irgendwie in Hand gegeben, vom Erfolg überholt oder überfahren oder sowas. Der hatte immer Angst, dass wenn es funktioniert, dass er das nicht tragen kann.

Bjørn: wei, das ist hammerhart, das verstehe ich voll voll voll, ja.

Matthias Alkier: Und das ist doch eigentlich das Ding. Der eine schaut, dass er nicht... Ich bin busy, ich hab... Ach nee, lass mal und so weiter. Und der andere setzt sich selbst so unter Druck. Das sind so Dinger, das sind Ängste, die dich beherrschen.

Bjørn: Mhm. Mhm.

Matthias Alkier: Und ich kann sagen, also ich kann es super nachvollziehen, du sagst das ja auch, für mich war dann diese Not irgendwie raus aus dieser nicht funktionierenden Musikszene, die mega in der Krise war, irgendeinen Job finden, rein in die Start-up-Thematik, wo Regeln herrschten, wo du gedacht hast, ihr habt alle einen Knall. Das war eigentlich ein Segen, das war so für mich der Lebensretter raus aus diesem Korsett.

Bjørn: Also Ja, voll kann ich nachvollziehen. Nur ganz kurz noch, lass uns mal eins kurz eingehen, weil wir kommen gerade an den Punkt, den ich super spannend finde. Ist das vielleicht auch einer der Gründe, warum viele, die geile Ideen haben, die was machen wollen, die ein Unternehmen gründen wollen, die irgendwas machen wollen, das nicht tun, weil sie Angst davor haben, dass es erfolgreich sein könnte?

Matthias Alkier: Ja. Ja. Ja, oder eben auch nicht, aber exakt der Moment ist das. Das ist das Momentum. Was passiert wenn? Wir überdenken das zu Tode. Was passiert wenn es nicht perfekt ist? Es funktioniert wahrscheinlich nur wenn es perfekt ist. Und was passiert wenn es funktioniert? Wie schaffe ich das denn überhaupt? Das eine ist vorn im primären Sichtfeld.

Bjørn: Oder eben auch nicht, genau. Ja, ja. Hmhm. Mhm. Ja. Hm?

Matthias Alkier: Und das andere kommt gleich dahinter, ist irgendwie so halbwegs unsichtbar, wie in der so eine Art Vorhang, die dagegen wirkende Angst und somit multipliziert sich das auf. Und dann gibt es so jemanden, der hat mal gesagt, aus der Angst geht nur durch die Angst hindurch. Also du musst dich damit wahnsinnig stark konfrontieren und bereit sein, Augen zu und durch. Ich würde die Augen offen lassen, das ist irgendwie sehr ganz spannend.

Bjørn: Ja.

Matthias Alkier: Und dann hast du eine Chance das zu besiegen.

Bjørn: Finde ich super cool.

Matthias Alkier: Und den meisten geht es ja immer schlecht. Du hast ja dieses, das Leben hat sich gegen mich verschworen, heute scheiße, morgen scheiße, übermorgen ist noch beschissener, die letzte Woche war schon total krank und alles läuft nicht und so weiter. Aber das ist eigentlich aus meiner Sicht ist das das Zeichen, dass du genau auf dem richtigen Weg bist etwas aufzulösen.

Bjørn: Ja.

Matthias Alkier: Das hat meistens mit so einer Blockade zu tun.

Bjørn: Ja, gerade auch wenn du das, was du gerade sagst, also das Leben ist alles scheitern. Die Frage ist ja immer, okay, was ist mein Anspruch? Jetzt kommen wir wieder auf den Punkt. Und liegt das, dass ich das Scheiße finde vielleicht daran, dass mein Anspruch zu hoch ist, mein Perfektionismus zu hoch? Oder ist es wirklich so? Also ist die Situation gerade so, wie sie ist und so weiter und so fort? Und das ist, glaube ich, auch noch mal ein super spannender Punkt, einfach zu gucken, okay. Warum komme ich denn eigentlich dahin, dass ich darüber nachdenke, irgendwie zu sagen, das ist alles scheiße gerade und stell dann fest, hörst es ja selber, du bist genauso lange dabei, Sales, da kommt der nächste die Ecke, dass das Gras ein bisschen grüner als bei mir, zack, bin ich weg. So, dann ist aber wieder die Frage, werde ich da glücklich, werde ich nicht glücklich, ist der nächste Euro mehr das, was mich glücklich macht? Dies Bild nach außen, was sich und was alles damit reinspielt. Und dann ist für mich immer so dieser Punkt, wo ich denke, so Leute hinterfragt mal euren eigenen Anspruch. und guckt mal, es nicht zu perfekt sein muss auch für euch oder ob ihr auch sagen könnt, also ich kann auch mit, keine Ahnung, 90 Prozent gut leben im Hinblick auf alles, auch im Hinblick auf mein Drumherum, wenn ich dafür aber das Leben etwas gechillt habe und nicht, da sitze ich und mir denke so, das Leben ist aber scheiße.

Matthias Alkier: Also eigentlich kannst du ja auch immer überlegen, wo das Ganze herkommt. Denn dieses Ganze, ich fühle mich damit nicht gut oder gut und schlecht, schwarz und weiß, das ist ja immer der Vergleich. Und dieses Thema des Glückes größter Feindes, der Vergleich, ist ja nun stark zutreffend. In dem Moment, wo du dich darauf einlässt, hast du ja schon verloren.

Bjørn: Genau. Mhm. Aber sind wir im Sales nicht eigentlich, das ist schön, ich mag das, wie wir jetzt schon den Bogen kriegen, sind wir im Sales, wir leben doch vom Vergleich. Wir leben vom Wettbewerb, wir leben vom Vergleich, wir leben davon, dass zack, sind die Ziele, müssen wir erreichen. Wenn du sie nicht erreichst, weißt du selber, dreimal nicht, haben wir schon mal ein intensives Gespräch spätestens, meistens eher schon vorher. Also im Endeffekt macht uns das ja auch nicht das Umfeld, in dem wir sind ja auch nicht unbedingt.

Matthias Alkier: Kannst du ja nicht, Bibi. Ja. Ja.

Bjørn: Einfacher was das Thema angeht.

Matthias Alkier: Absolut nicht. Absolut nicht. Das ist ja dieser Widerspruch, den du ansprichst, es ist ja dieser Widerspruch, den ich auch krass und krank finde. Das ist so, wie du es richtig sagst, wir leben genau in diesem Stereotypenumfeld des Vergleichens, wir vergleichen alles. Wir vergleichen auch Äpfel mit Birnen und Zwiebeln mit Bananen. Das ist eigentlich

Bjørn: Mhm.

Matthias Alkier: ein guter Nährboden für total durchgeknallte, vollkommen festgefahrene und psychopathische Charaktere. Die Sache ist ja, du musst ja einfach dich mit der Perspektive in die, du musst dich lösen von diesem verkrampften Thema. Du musst es schaffen aus diesem sozial erlernten rauszukommen, hey ich brauch so eine Muskeln, ich muss diesen Tarr haben, ich muss so aussehen und diesem Ideal hinterherrennen. Wenn das schaffst, dann kannst du das andere auch erleben und das ist nicht einfach. Überleg dir folgende Situation, guck mal einer Frau, ob du sie kennst oder nicht, nicht direkt in die Augen. Guck ihr mal auf den Haaransatz, dann so über die Ohren, unten am Kinn lang, über die Nase, zurück. Ich sag dir, 85 % aller Frauen werden sofort nervös. Und wenn sie dich nicht kennen, hassen sie dich innerhalb von wenigen Sekunden. Weil sie denken irgendwas ist. Da ist doch was, was nicht perfekt ist. Meine Frau würde auch sagen, selbst wenn ich dich kenne, würde ich dich hassen. Die ist da ziemlich direkt. Aber das ist doch eigentlich die Grundlage allen Übels.

Bjørn: Ich glaube, meine auch. Ja, ja.

Matthias Alkier: dass wir uns selbst nicht genug sind häufig. Wer ist denn die wenigsten? Wer ist denn so entspannt und sagt, egal. Wer ist denn so entspannt und geht keinem Ideal hinterher? Selbst ich mit diesem Musikwunsch, mit mit Firzen, ey ich will unbedingt da auf Bühnen und so weiter. Du vergleist dich mit den vermeintlich über perfekten Leuten und das dauert ewig bis du begreifst wie das Szeneriethema wirklich funktioniert und du denkst du musst so krass perfekt abliefern sonst wird es nie was. Und das haben wir im Sales doch genauso. Das haben wir Sales genauso.

Bjørn: Na klar, na klar. Wobei da wird's, da wird's doch gefordert.

Matthias Alkier: Deswegen haben wir auch alle Angst davor, Coldcall zu machen, deswegen haben wir auch alle Angst davor, irgendwie einen Outreach zu machen, deswegen haben wir auch alle Angst davor, konsequent in diese Ablieferung zu gehen, weil sie sich in einer Bringschuld fühlen und diese Bringschuld entsteht über dieses vermeintliche Ich muss, weil es gibt Leute, die schaffen das.

Bjørn: Ja, voll.

Matthias Alkier: Und dann sind die aber in einer ganz anderen Industrie und vergleichen sich mit den Leuten, die bei den Friseuren telefonieren und sagen, ja aber ich telefoniere hier mit den Chirurgen und ich muss da das gleiche schaffen wie mein Kumpel, der mit Friseuren telefoniert. Was totaler Quark ist. Und deswegen meine ich, es muss einfach so sein im Vertrieb, dass wir Augenhöhen herstellen, dass wir Leitplanken klar ziehen, dass wir den Leuten nicht...

Bjørn: Ja, funktioniert nicht.

Matthias Alkier: Vergleich geben, den sie sich irgendwie zusammenzimmern, sondern dass die Führungskraft sagt, ich setze mich mit dir zusammen hin. Es gibt folgende Situationen, die gehen wirklich an die Grenzen und die durchlebe ich mit dir und wenn ich x liefern kann, dann erwarte ich von dir meinen wegen minus zehn Prozent. So und das ist dann so meine Benchmark. Wer das nicht macht, der fördert vollkommen verwirrte Leute und der wird niemals ein Team auf die Beine stellen und der scheitert dann häufig an Vergleich und Perfektionismus.

Bjørn: Ich habe letztens, das schon bisschen länger her, mal was gelesen bei LinkedIn, da habe ich auch gedacht, ich muss da, ich habe da schon öfter darüber geredet, da ist jemand, der hat irgendwie das ganze Team, weil er 250 Prozent Zielerreichung gehabt hat im Quartal, hat er das ganze Team gerettet. Also Quartals Ziel war weit ab von allem und seine 250 Prozent haben das Team gerettet.

Matthias Alkier: Mhm.

Bjørn: Jetzt kann ich mich, genau, erstmal Respekt, 250 Prozent, grandios, brauchen wir nicht drüber reden. Ich glaube, du merkst schon, worauf ich hinaus will. Jetzt kann ich mich natürlich als Führungskraft hinstellen und kann diesen einen Mitarbeiter feiern. Gleichzeitig muss ich mich doch aber auch fragen, irgendwie so, okay, was läuft denn bei den anderen neuen falsch? Das einer das schafft und alle anderen nicht. Und ich fand, ich finde, da kommen wir ja schon genau in diesen Punkt und ich weiß nicht, ob es sinnvoll ist, das bei LinkedIn zum Beispiel dann zu thematisieren. Das ist halt cool für den Mitarbeiter, weil der natürlich gelobt wird nach außen hin. Alles geil, brauchen wir gar nicht darüber reden. Völlig verdient auch, ohne Wenn und Aber. Aber Fakt ist ja, dass du alle anderen Neuen halt erst mal in die Ecke stellst und sie im Grunde genommen völlig klein machst und ihnen sagst irgendwie so, ey Leute, guck mal hier, kann es, ihr könnt es nicht. Das ist für mich so eine, so eine, so eine, so eine Thematik, wo ich da sitze und mir denke so, boah, ich finde es einfach schwierig, weil wir, kommen dieses Vergleichen ja nicht. Wir kommen einfach nicht drum rum, finde ich. Und ich finde, das ist Einer der schwierigsten Ansätze zu überlegen, wie machen wir es denn zum Beispiel, ist ein Ansatz zu sagen, Beispiel, also vielleicht mal erzähl mal. Bei uns fahren wir die Prämisse, jeder Salesman verdient das gleiche Fixum, jeder kriegt die gleichen prozentualen Prozentsatzprovisionen. Wir haben die Diskussion, der verdient mehr, der verdient weniger. Das Einzige, was jeder, was sich unterscheidet, ist im Grunde genommen, wie viel Umsatz macht jeder, dementsprechend ändert sich der variable Anteil. Sorgt dafür, dass wir nie eine Diskussion über Grundsätzliches haben.

Matthias Alkier: Hm.

Bjørn: und sorgt dafür, dass nie jemand sich vergleicht mit jemand anderem. Höchstens vielleicht noch, warum funktioniert es bei dem besser und bei mir nicht? Und dann kannst du eigentlich dieses intrinsische relativ gut fördern, mal zu schauen, wenn du die richtigen Leute hast, okay, lass mal gucken, was macht der anders als ich vielleicht? Ist es ein Weg oder ist es was, wo man sagt, jetzt kommen wir wieder auf die, ich liebe es einfach so, dieses gesamte Thema Gehalt, Gehaltsverhandlungen, das finde ich immer sehr spannend.

Matthias Alkier: Hm.

Bjørn: Letzter Zeit gerade wieder super spannend. Aber das ist halt so Ding, wo ich denke, wo fangen wir an, uns aus dem Vergleich zu nehmen oder den Vergleich zu minimieren, soweit wie es geht? Und wo sind Leute auch bereit dazu? Weil eigentlich rein theoretisch funktioniert es ja nur, wenn alle Unternehmen das mittragen.

Matthias Alkier: Ja, das wäre ja Gleichschaltung. Das ist ja so das typische, da bin ich ja groß geworden, so in diesem DDR-Modell.

Bjørn: Mhm. Mhm. Mhm.

Matthias Alkier: Also ich weiß jetzt nicht, ob wir mit Gehaltsverhandlung und Perfektionismus auf eine Stufe kommen. Was ich aber denke, was du gerade meintest mit deinem neun Leute stehen in einer Ecke und einer liefert. Das war aus meiner Sicht A. nett, B. Glück. Meistens, weil wenn neun nicht und einer ja, dann ist das ein Zufallsprodukt.

Bjørn: Ja, wobei ich kann dir sagen, diesem einen nicht, weil der liefert immer.

Matthias Alkier: Also der liefert immer. Ja gut, aber dann leidet doch das Team unter ihm. Dann ist das doch kein Team. Also A. Ist das ein Einzelkämpfer? B. Sieht er es ja offenbar nicht für notwendig, Skills, seine Erfahrungen, seine best practices so zu teilen, dass die anderen davon partizipieren können? Und C scheint der Führungskraft ja auch vollkommen egal zu sein, weil die sagt, solange der Vogel da ist, läuft er. Aber wenn der weg ist, bricht ja alles zusammen. Und offenbar will ja auch kein Mensch von seinem Wissen irgendwie was dokumentieren, mitnehmen, irgendwo reproduzierbar machen.

Bjørn: Mhm.

Matthias Alkier: Also das ist irgendwie so eine Sache, okay kein Glück, aber ein Zufallsprodukt und du kannst ja die entweder schmeißt alle anderen raus oder du hast vielleicht Angst noch nicht verstanden. Vielleicht ist der Fokus nur auf Think big but nothing else. Das bedeutet, da gibt es kein Bread and Butter Geschäft. Die machen nur Key Account. Und meinen mit Sniper Sales und Hoffnungsverkauf, das wird schon irgendwie. Und einer hat vielleicht verstanden, wie Key Accounting ganz gut funktioniert, hat sich positioniert, kriegt die Top Accounts, liefert ab, fertig aus und der Rest ist einfach nicht so weit. Habe ich auch gesehen, funktioniert gar nicht und ist meistens dann eine Sache, da kollabiert es ziemlich bald. Und da brauchst dann auch nicht mehr über Gehälter verhandeln, weil da ist das System krank. Also hast du dann vergessen, dein Markt und dein Gebiet, ganzer Marktgebiet kannst du ja gleichsetzen, ordentlich zu analysieren. Du weißt gar nicht.

Bjørn: Ja, ja.

Matthias Alkier: Wo ist noch Potential für die anderen? Du hast wahrscheinlich einen, der kann irgendwie und dann sind es 250 Prozent und die anderen haben offenbar nur Scheiße vor der Nase oder wissen nicht damit umzugehen. Also da hängt es für mich an vielen Stellen. Wenn du so ein Beispiel nennst, das hat nichts mit Perfektionismus zu tun, das hat einfach was damit zu tun, dass da jemand nicht genau hinguckt.

Bjørn: Gut.

Matthias Alkier: und dass es offenbar scheißegal ist. Das darf gar nicht so weit kommen. Auf der anderen Seite zurück zum Perfektionismus und zum Vergleichen im Vertrieb. Wir müssen uns aus meiner Sicht davon lösen, nach Vorgaben abzuliefern. Wir müssen auch Ziele aufgeben können.

Bjørn: Mhm.

Matthias Alkier: Und wir müssen sagen, hey, wir haben für uns auch nachvollziehbare Meilensteine, nennst Ziele, nennst Meilensteine, nennst Abschnitts-Erreichungen und die bringen mir selbst etwas. Denn das ist eben auch so ein Ding, wenn du nur zielend hinterher rennst, die auf Liefern ausgelegt sind und die nichts ergeben. Also sprich, nachdem du es erreicht hast, kriegst vielleicht Geld, mehr, Punkt, das, Maß und dann kommt das nächste Ziel, dann wird deine Welt immer leerer, so wie bei einem Leistungssportler, der seine Karriere beendet. Du musst eigentlich für dich einen Wert identifizieren in jedem Ziel, das du dir setzt. Und das ist auch eine Aufgabe von der Führungskraft. die Leute dahin zu führen, dass sie den Wert in Zielen erkennen und bereit sind zu liefern, no matter how, no matter what. Und dann kannst du auch diese Perfektionismus-Ausrede, die es ja auch gibt, die ich schon angesprochen habe, dann kannst du die da legen, weil die Leute mit einer ganz anderen Motivation, mit einer ganz anderen Zielbild-Wahrnehmung mit einem anderen Motiv losgehen. Sonst ist es, wenn ihr die alleine lässt damit, dann sind diese ganzen stumpfen Hebel wie gehalten, wie wir sitzen vermeintlich alle in einem Boot nichts wert. Und das ist eben klare Realität in vielen Sales-Teams.

Bjørn: Ja. Ja.

Matthias Alkier: Wie gesagt, dieses perfektionistische Denken und nicht perfektionistische Handeln schon allein ist ein Widerspruch in sich. Auf der anderen Seite hast du halt, wenn du eine perfektionistische oder eine sehr hochqualitative Erwartung hast, musst du es vorleben. Weil wenn du nicht zeigst, dass es geht, dann kannst du es nicht als Ziel setzen, das ist unfair. Und letztlich

Bjørn: Ja.

Matthias Alkier: Ich bin unbedingt der Meinung, dass sich auf dieser Welt niemand für perfekt interessiert. Weil nur dann es spannend wird, wenn es nicht normgerecht ist, wenn es dich inspiriert neu zu denken und wenn es dich überrascht. Das ist ja auch das einzige, was momentan noch im Vertrieb funktioniert, wenn wir mal ehrlich sind.

Bjørn: Mhm.

Matthias Alkier: Wenn du jetzt vermeintlich perfekt nach KI-Vorbild E-Mails rausschickst, passiert nichts. Wenn du vermeintlich perfekt nach KI-Vorbild irgendeinen Outreach auf irgendeinem Social machst, passiert nichts. Warum? Weil du das machst, was alle machen. Oder weil du das machst, was in die Norm passt. Und Norm ist langweilig. Und wenn du diese Perspektive einmal einnehmen kannst, dann bist du im Vorteil momentan. Denn in dem Moment, wo du auffällst, wo du imperfect bist, wo du provozierst, im Positiven wie Negativen, kannst du nur gewinnen. Und das muss den Leuten mal bewusst werden.

Bjørn: Das heißt also im Grunde genommen kehren wir ja ein Stück weit damit ab von all dem was wir, keine Ahnung, 10, 15 Jahre im Vertrieb gelernt haben. Ganz klar weg von, wie du schon richtig sagtest, von sehr gleichgeschaltet auf was die Kommunikation angeht, weg hin zu machst doch so wie du bist, machst so wie das was ist was dich auszeichnet. mache es anders als alle anderen, all diese ganzen Dinge, die im Grunde genommen so dazu gehören. Und finde ich einen supergeilen Ansatz, weil es endlich dahin geht, dass wir auch Persönlichkeiten wieder viel mehr fördern und fordern, finde ich. Kannst du dich erinnern, ein paar Jahren im Sales, als das so losging, das schon bisschen länger her, aber wir zwei sind ja ein bisschen älter, wir dürfen das.

Matthias Alkier: Ja.

Bjørn: als das losging mit der ganzen Softwaregeschichte im Sales. Die Jungs sahen bestimmt drei, vier, fünf Jahre lang, also die Seller, alle gleich aus. Die hatten alle die gleiche Frisur, die hatten alle die gleichen Klamotten, die hatten alle die gleichen Schuhe. Weißt du so, ich noch meine? Und wenn du da dann zwischendurch, wir haben es vorhin, wir angefangen haben, deshalb blieb ich das so, als du sagtest, ey, soll ich mir auch einen Hoodie anziehen? Das ist für mich einfach, weißt du, das ist für mich schon so der Beginn von Unperfekt.

Matthias Alkier: Ja. Ja. Ja.

Bjørn: Für mich geht das damit los. Ich sehe in einem Hemd aus wie ein Clown. Und ich fühle mich einfach komplett unwohl da drin. Ich fühle mich von der ersten Sekunde an nicht wohl. Egal wann immer ich ein Hemd tragen muss. ich, also so massiv auch unwohl. Und es macht überhaupt keinen Sinn. Und ich bin auch nicht gut, weil es mich so einschlürt. Und deshalb bin ich immer der Hoodie-Träger. Und ich finde, man kann halt auch im Hoodie vernünftig aussehen, wenn es ein vernünftiger Hoodie ist.

Matthias Alkier: Ja. Ja. Ja.

Bjørn: So, aber das sind so diese Dinge, wo ich denke, so vor ein paar Jahren, ich muss da immer noch lachen. Ich habe damals bei TimoCom gearbeitet, hier großes Unternehmen in Erkrat die Ecke. das war so, das war schon richtig geil. Jungs, wir die, also blaue Chino. Wenn dann hatten sie ein weißes Hemd an und weißes Sneaker dazu. Und du hast gesehen, so die Frisur war relativ ähnlich. That's it. Und die waren auch im Auftreten relativ ähnlich, Style, in allem. Ohne dass das böse gemeint ist, weil das ist einfach, das war auch so. Und dazwischen gab es immer Rausreißer. Und die Rausreißer waren entweder super erfolgreich oder gar nicht. Also da gab es auch nur entweder oder, da gab es nicht so das goldene Mittelmast, sondern es gab nur das eine oder das andere. Wenn wir aber dahin kommen, dann sind wir ja endlich, glaube ich, auch da, wo wir eigentlich wieder sein wollen, weil wir wollen ja...

Matthias Alkier: Hm.

Bjørn: Wenn du mich anpitchst, dann musst du besonders sein. Oder du musst was anders machen als alle anderen. Jeder, mir ein Standardding schickt, wird sofort gelöscht, wird sogar blockiert. Keine Ahnung, was, es noch am zweiten Mal kommt oder so was, bist du raus bei mir. Wenn du mich anpitchst und es ist komplett anders als alle anderen, egal ob ich es brauche oder nicht, dann höre ich es mir wenigstens an. Weil ich wissen will, wie du es machst und was du da machst und ich das gut finde.

Matthias Alkier: Hm. Das ist richtig. Ich hatte auch letztens eine E-Mail, die war absolut irrelevant, aber die war echt geil gemacht und da war ich ziemlich nah dran zu antworten. Ich werde wahrscheinlich noch antworten. die war... Puh! Ich muss das selber ausprobieren. Ich verrate jetzt nicht den Killer, aber im Betreff entscheidet sich's ja.

Bjørn: Das hat noch nicht gereicht! Mhm. Mhm.

Matthias Alkier: Das Ding war gut und das war nicht so unter die Gürtel, nicht wie diese ganzen Dinge hier, die schon mal auf LinkedIn kursiert sind. Also das muss man ja echt mal ausprobieren, ob das ein funktionelles Thema ist und die muss auch noch antworten. wirklich... Das hast du mir auf eine gute Sache gebracht. Du hast aber recht. Wer... Wer...

Bjørn: Okay.

Matthias Alkier: stuft jemanden als Megastar, als erfolgreich, als irgendwie bemerkenswert ein, der komplett der Norm entspricht, durchschnittlich ist oder perfekt zu sein scheint. Selbst die Filmindustrie stellt ja diese vermeintlich perfekten blondlockigen Surferboyz dann als komplette Hohlschädel hin, ⁓ überhaupt überhaupt irgendeinen Kontrast darstellen zu können. mit Klischee dann wiederum irgendwie punkten zu können. Und du sagtest schon etwas durchaus Richtiges. Was wirklich wichtig ist, ist der Fokus vor allen Dingen im Business nicht nur auf perfekt, auf ein vierschichtiges System. Auf jemanden, vorlebt, auf jemanden, der jede Ebene von Skill-Set fördert und der auch zulässt, dass er nicht nur mit Top-Performern im Team ist, sondern der das auswägen kann. Denn es gibt auch keine Fußballmannschaft, es gibt keine Band, es gibt kein Projekt, wo mehrere Leute miteinander wirken, die erfolgreich sind, wo jeder perfekt ist. Und wenn es denn nur die Band ist, wo der Bandlieder drogenabhängig ist, ich weiß es nicht. Oder der Keyboarder zwar supergut, aber hat halt irgendwie eine Ausstrahlung wie volle Kanne in die Fresse. ist halt so. Und ohne funktioniert es nicht. Ich war in der Musikindustrie, ich habe Castingbands verbucht. Da hat niemand nach Perfekten gesucht. Du musst echt akzeptieren und ich glaube, das ist für viele eine Akzeptanzsache und das tut weh.

Bjørn: Ja.

Matthias Alkier: es entweder akzeptieren oder du schaffst es dich tatsächlich in diese globale Vogelperspektive zu begeben und Sicherheit für dich selbst zu schaffen, weil du es verstehst. Dass nur verschiedene Ebenen von gut funktionell miteinander harmonieren können und dann gegebenenfalls ein so ein Zahnradsystem, so ein Endstate, so ein funktionierendes System ergeben können, wenn du mit mehreren Menschen zusammenarbeiten möchtest. Und wenn du nur in schwarz-weiß denkst, wirst du definitiv scheitern. Du wirst es nicht schaffen, Performance am Leben zu erhalten. Das ist im Business so, egal in welchem. Und das ist im Privatleben so, immer.

Bjørn: Und dann...

Matthias Alkier: So und das ist einfach der Fakt. Da gibt es Leute, die haben einfach vor verschiedenen Sachen Angst und nennen es Perfektionismus. Das macht keinen Sinn.

Bjørn: Ja, finde ich, finde ich, es ist schlicht eine gute Brücke zum Anfang tatsächlich auch wieder zurück. Also für mich, für mich ein gutes Beispiel, finde ich, immer, weil wir gerade sagten Perfektionismus, Musikindustrie und der Unperfekteste von allen, Sido, die Perfekteste von allen, Taylor Swift, die sich aber mit Travis Kelsey einfach den Unperfektionismus pur mit ins Haus geholt hat. und der das genau Gegenstück dazu macht. Finde ich halt, finde ich es ein super spannender Ansatz einfach auch zu überlegen, okay, wie geht's? Seien wir mal ganz ehrlich, warum ist SIDU erfolgreich? Zum einen vielleicht, weil die Musik ganz geil ist und die Inhalte ganz geil sind. Zum anderen einfach, aber weil SIDU ein Typ ist. Und ich glaube, das ist halt schon was, worauf die Leute abfahren, weil es nicht Mainstream ist, weil es nicht 0815 ist, sondern weil es halt, weil er Ecken und Kanten hat, weil er Fehler hat, weil er Dinge macht, die vielleicht nicht immer gut sind, das mal vorsichtig auszudrücken. Aber... Das ist das Ding. Ich finde, so bisschen zu einem Schluss zu kommen, wir sollten alle einfach mal bisschen mehr Sido wagen. Nicht im Sinne von wir müssen alle in der Tüte rauchen, sondern einfach, was diesen Hand zum Perfektionismus angeht. Ich glaube, ist wirklich was, das Leben vielleicht auch manchmal, also dem einen oder anderen vielleicht schwerer, dem einen oder anderen wahrscheinlich auch deutlich einfacher machen könnte.

Matthias Alkier: Bin ich bei dir? Ich denke auch, was absolut essentiell ist, einfach zu sich aus dieser Falle zu befreien und einfach sich zu trauen, unperfekt zu liefern, unperfekt zu sein. und so diesen eigenen Charme, den bisher noch keiner sehen durfte, einfach mal wirken zu lassen. ist so... Ich kann mir eins sagen, wenn du es nicht machst, wenn du es nicht zulässt, wenn du danach strebst, noch besser machen zu wollen, dann wird dein wohlbestes Zeugnis nie existieren.

Bjørn: das ist schön. Ja. Mhm. Hm? Hm?

Matthias Alkier: Das ist so einfach die Realität dessen. Und ich kann nur jedem mitgeben, jedem raten, Leute, traut euch mal auf die Fresse zu fallen, traut euch mal was zu machen, was total schräg ist. Ich sage meinem Sohn, jeden Tag kann dein Leben sich ändern. Er sagt, na ja, was wäre, ich sage trotzdem, sich dein Tag, jeden Tag ...

Bjørn: Mhm.

Matthias Alkier: Ändern, deine Realität kannst du jeden Tag, kannst morgens ins Flugzeug steigen, nach Tokio fliegen. Niemand hindert dich daran. Gut, vielleicht hast du nicht unbedingt das Geld, aber wahrscheinlich gibt es selbst dafür Wege. Es wäre total irre, aber mach's doch mal. Du wirst nie erfahren, was uns passiert. Und das kannst du in jede Situation dieser Welt adaptieren.

Bjørn: Ja.

Matthias Alkier: Hätte mich Amazon damals genommen, trotz nicht dem richtigen Studium, wo wäre ich da heute, wäre ich nicht zu Groupon gegangen, was wäre passiert.

Bjørn: Mhm.

Matthias Alkier: Hätte ich mich in der Musikindustrie getraut, unperfekt mehr ich zu sein, was hätte sein können, das sind alles so Fragen, stellst du dir dann auch mal 30, 40 Jahren und das muss nicht sein. Also ich ermutige jeden danach und dazu auszubrechen.

Bjørn: ist schönes Schlusswort, finde ich total cool. Die Zeit ist Bombe. Wir liegen bei unter einer Stunde. Da freue ich mich immer drüber. Obwohl ich gerade so merke, wir könnten noch 7 Millionen Wege weiter abbiegen. Ich habe da noch 3.500 Dinge, die ich super spannend finde. Ich würde vorschlagen, da machen wir mal eine zweite Folge daraus und gucken mal, ob wir das Thema noch mal vertiefen wollen. Immer eine Sache, wir jeden fragen, der bei uns im Podcast ist. Jetzt sehen wir daran, ob du schon mal eine Folge bis zum Ende gehört hast oder nicht. Erzähl mal, was ist denn dein größter Sales Fail der letzten Tage, der letzten Monate, Jahre gewesen, wo du sagst, da habe ich so richtig in die Grütze gegriffen, das hätte ich mir vielleicht erspart.

Matthias Alkier: Boah, das ist eine gute Frage, oder? Der größte F***

Bjørn: Aber es gibt garantiert, es gibt bestimmt immer einen. Irgendeinen gibt es immer.

Matthias Alkier: Yeah, der größte Fail. Ich hab mal eine E-Mail geschrieben. Ich hab mal eine E-Mail geschrieben, so ein E-Mail Outreach gemacht in einer Zeit, wo E-Mail Outreach schon für einen Arsch war. Und wollte mir unbedingt beweisen, dass das funktioniert. Hat funktioniert. Hat funktioniert. War erfolgreich. Es gab...

Bjørn: Mhm.

Matthias Alkier: Jemanden, der hat angebissen und er hat gesagt, ich kriege jeden Tag so viele E-Mails und der Matthias und da irgendwas war in der E-Mail und wir sind in Pitch gegangen. Wir haben uns vertieft. Wir haben ihm alles geliefert. Wir haben wirklich, wirklich, wirklich, wirklich alles bis zur Angebotsstellung aus meiner Sicht perfekt gemacht. Dachte ich. Und am Tag, an dem das Angebot gereviewt, angeschaut, bestätigt werden sollte, war irgend ein persönliches irgendwie und seitdem Ghosting. Das erste fucking Ghosting, was ich jemals hatte. Ich hab's immer hinbekommen, ja, da waren Chefärzte dabei im MedTech-Umfeld, die dann sich entschuldigt haben und ja, und schön, dass sie noch 90 mal nachgefasst haben, wurde dann, und ich war im Urlaub und was weiß ich, Hodenoperation, kein Problem. Aber das Ding war tot. Ich weiß bis heute nicht warum. Ich Vermutungen.

Bjørn: Okay, und du weißt auch nicht so wirklich.

Matthias Alkier: Und dann kommen wir nochmal zurück zur Perfektion. Wenn du mit diesen Vermutungen dann anfängst, schwanger zu gehen, dann machst du dich komplett verrückt. Du bist irre. Ich weiß es bis heute nicht, das ist echt ein Jahr hin. Keine Ahnung, was da los war bei dem Kollegen. Es war Defensumfeld. Was weiß ich? Vielleicht habe ich irgendeine Vorstrafe, von der ich selber nichts weiß. Kein Plan.

Bjørn: Ja, ja, ja. Okay, maybe. Ja, genau, wollte ich gerade sagen. Vielleicht passt es nicht perfekt genug. ha, auch nicht schlecht. Sehr cool. Aber das ist halt jetzt das Thema an sich kennen wir ja alle, glaube ich. Also weil wir eben regelmäßig insofern schöner, schöner Fail. Das passt sehr cool. Mein Lieber, ich danke dir für 50 sehr kurzweilige Minuten. Superspannendes Thema.

Matthias Alkier: Vielleicht war ich zu imperfect. Ja.

Bjørn: euch allen möchte ich nahelegen, verletzt euch, vernetzt euch mit Matthias, aber LinkedIn, egal wo, wenn ihr über den Weg läuft, der weiß, wovon er spricht und was er tut. Allen anderen möchte ich mit auf den Weg geben, solltet ihr diesen wunderbaren Podcast noch nicht abonniert haben bei Spotify, Apple Podcasts. Überall da, wo es Podcasts gibt, macht das auf jeden Fall. Hört euch die Folgen mit Eileen und mit Patrick an. Ich weiß, da kommen in der nächsten Zeit noch ein paar sehr, sehr spannende Gäste. Und ja, ansonsten bleibt mir wie immer nur zu sagen, Schluss bleibt authentisch. Matthias, dir vielen Dank. Das letzte Wort gebührt dir.

Matthias Alkier: Ich danke dir lieber Björn, es war mir eine Freude. Ich hatte kein Lampenfieber und das ist selten. Wahrscheinlich weil ich Perfektionismus überkommen habe. Woran es liegen mag weiß keiner. Ich dank dir, dass ich hier sein durfte. Auf ein neues. Bis dann. Ciao.

Bjørn: Sehr cool. Danke euch. Bis dann. Tschüss.

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