Red Flags im Recruiting: Woran du toxische Kultur früh erkennst
Shownotes
Worum geht’s in dieser Folge?
Recruiting klingt oft nach „Wir sind super, komm zu uns“, aber die Wahrheit zeigt sich häufig erst, wenn du schon unterschrieben hast. Patrick erzählt offen, wie sich ein vermeintlich perfektes Angebot als toxisches Umfeld entpuppt hat: schöne Worte im Prozess, gebrochene Versprechen im Alltag.
Wir reden darüber, warum Interviewprozesse oft mehr Rhetorik als Realität testen, warum Kultur selten im Hiring sichtbar wird und welche Signale du trotzdem ernst nehmen solltest. Außerdem: Warum „Wir sind eine Familie“ kein Benefit ist, sondern ein Warnschild. Und was Führung bedeutet, wenn Druck von oben kommt.
Diese Fragen beantworten wir unter anderem:
- Warum sind Interviewprozesse oft eher Marketing als Wahrheit?
- Welche Red Flags tauchen schon im Hiring subtil auf und werden später laut?
- Was verrät ein Recruiting-Outreach über die echte Sales-Kultur im Unternehmen?
- Warum ist „zu gutes Gehalt“ manchmal ein Hinweis auf versteckte Schmerzen?
- Wie erkennst du übergriffige Strukturen, bevor du unterschreibst?
- Warum sind „Familie“-Narrative häufig Sektenlogik im Business-Gewand?
- Wie schützt du als Teamlead dein Team, wenn es von oben toxisch wird?
- Wann ist Nähe zum C-Level Chance und wann Risiko?
Key Learnings
- Wenn Grenzen im Hiring getestet werden, werden sie später überschritten. Achte auf subtile Übergriffigkeit (zu private Fragen, Druck, fehlende Transparenz).
- Recruiting ist Sales. Wenn der Outreach sloppy ist, sagt das oft mehr über die interne Kultur als jede „Top-Performer“-Floskel.
- Frag nach dem Unbequemen: „Warum haben die letzten zwei Personen gekündigt?“ / „Was war die letzte schwierige Team-Entscheidung?“ – Reaktion > Antwort.
- Wenn alles perfekt klingt, fehlt meistens die Wahrheit. Kein gutes Unternehmen ist „nur geil“, wer nichts Kritisches benennen kann, verkauft dir eine Story.
- „Wir sind eine Familie“ ist kein Kultur-Argument, sondern ein Bindungs-Trick. Grenze setzen wird dann als Egoismus framet.
- Sympathie ist keine Loyalität. Interessen kippen mit Druck, Bonus, Macht. Handle professionell, bleib freundlich, aber nicht naiv.
- Mental Health ist Performance-Grundlage, kein Privat-Thema. Wenn Arbeit dich körperlich spürbar kaputt macht, ist das ein Systemproblem, nicht dein Mindset.
- Leader = Schutzschild. Gute Führung hält Druck von oben ab, damit das Team arbeiten kann und nimmt notfalls den eigenen Schaden in Kauf.
- Authentizität ist Risiko-Check: Passt du rein, wirst du getragen. Passt du nicht rein, wirst du „kompliziert“. Beides ist eine Antwort.
Starke Zitate aus der Folge
- „Interviewprozesse sind oft Marketing, nicht Wahrheit.“
- „Wenn du morgens mit Bauchschmerzen aufstehst und dich im Spiegel nicht mehr erkennst, stimmt etwas nicht.“
- „Deine Kollegen sind nicht deine Freunde. ‘Wir sind eine Familie’ sind Sektenstrukturen.“
- „Eine Firma hat keine Gefühle. Du schon.“
- „Politik schlägt immer Leistung.“
- „Wenn du dich selbst nicht verkaufst, verkauft dich jemand anders, nur viel schlechter.“
Transkript anzeigen
Ailyn Arnold: Ich bin gerade auf dein Profil aufmerksam geworden und das passt super in unser Unternehmen, weil wir sind ein richtig geiles Unternehmen, richtig geile Sachen. du Bock auf Verantwortung hast, dann ruf einfach unter der Nummer an oder bitte bucht dir einfach hier bei dem Link einen Termin mit mir. Ja, ihr Lieben, das sind tatsächlich so Recruitermails, die ich bekomme auf LinkedIn und ich kann mir vorstellen, das hat jeder schon mal von euch bekommen. Aber bevor wir darauf eingehen, erstmal herzlich willkommen bei UNgefiltert, der Authentische Sales Podcast und ich freue mich heute. mega krass doll, weil das ist tatsächlich so ein bisschen ein Highlight von Rolls. Nicht nur weil der Patrick hier ist. Hallo, sondern weil das so seine erste Podcast Folge ist, wie ich erfahren habe. Und es ist tatsächlich auch meine erste, die ich für umgefiltert für das normale Format mit jemanden aufnehme. Und dementsprechend bin ich aufgeregt und freue mich sehr und sag erst mal Hallo, Patrick. Willkommen bei Umgefiltert.
Patrick: Hi Eileen, freut mich auf jeden Fall hier zu sein. Ich bin Patrick. Mein Background sind Sales, Beratung, Customer Experience und ich habe tatsächlich schon in mehreren Branchen gearbeitet, vom klassischen Vertrieb, im Finanzwesen als auch im Tech und bin jetzt letztendlich im Kryptobereich gelandet. Ich habe bewusst toxische Umfelder verlassen, Karrierebrüche in Kauf genommen und gemerkt, dass nicht der Titel Karriere macht, sondern Klarheit. die Haltung und die Fähigkeit, sich selbst zu verkaufen. Und ich glaube, darüber sollten wir heute mal bisschen sprechen, über die Dinge, die letztendlich auch im Bewerbungsgespräch keiner ehrlich sagt.
Ailyn Arnold: Ja, das finde ich richtig gut, weil wir beide haben ja gar nicht vor allzu langer Zeit tatsächlich einen Move gewagt und haben ein altes Unternehmen verlassen und sind einem neuen gelandet. da hat man ja auch wieder Bewerbungsprozesse durchgemacht. du hast jetzt auch schon ein paar Stationen hinter dir, auch. Und da hat man so einiges gelernt, nicht nur über die Interviewprozesse, sondern eben auch Unternehmen, wie man sich die auch mittlerweile aussucht. glaube, Patrick, du suchst ja auch mittlerweile anders aus als bei dem wahrscheinlich allerersten Sales Unternehmen, so wie bei mir auch. Darüber wollen wir heute sprechen, weil wir viel erlebt haben und weil wir auch da draußen recht viel mitbekommen auf dem Markt und durch die Communities auch tatsächlich. Was gute Prozesse sind, was nicht so gute Prozesse sind und vor allen Dingen auch, was so ein gut Outreach ist. auch der Opener, ich weiß nicht, Patrick. Weißt was ich persönlich interessant finde, ist, und würde ich mal deine Sicht gerne wissen, vor allen Dingen Softwareunternehmen, die Sales-Leute wollen. Die wollen immer die besten Raps auf Erden haben. Das soll ein Top-Performer sein. Dann schaue ich mir aber die Recruiting-Mails an und denke mir so, mit dem schlechten Outreach wollt ihr Top-Performer, irgendwie passt das nicht zusammen. Was ist da so dein Eindruck?
Patrick: Tatsächlich gibt es halt viele Punkte, dir während des Bewerbungs- oder Interviews-Prozesses einfach nicht gesagt werden. Ich persönlich finde, dass Interviewprozesse einfach Marketing sind und meistens nicht sehr viel Wahrheit beinhalten. Denn gerade in HR, was ich auch tatsächlich schon mitbekommen habe, sind Prozesse oft poliert, außerdem sehr instabil, weil es dort auch super viele Fluktuationen gibt. HR ist letztendlich, recruiting ist auch ein Sales-Job. machen wir uns nichts vor. Außerdem zeigt sich halt häufig auch erst Kultur nach dem Onboarding nicht davor und auch nicht in so einem Prozess. Und ich finde persönlich, dass gerade ein Interviewprozess kein Beweis ist dafür, einfach oft und häufig zeigt, dass es gegenüber rhetorisch stark ist.
Ailyn Arnold: Geh ich total mit. Was waren bisher so wirklich krass, krasse Interviewprozesse? Und das können irgendwie Interviews gewesen sein, das können auch die Anzahl der Steps gewesen sein oder irgendwas anderes, wo du sagst, das hast du mal erlebt, vielleicht auch nur gehört, aber auf jeden wo du sagst, was zum Teufel war das?
Patrick: Ja klar, sehr gerne. Also es gab tatsächlich in meinem Leben eine Stelle, bei der ich zuerst mit dem Geschäftsführer im Kontakt war. Dieser wollte mich dann über Monate hinweg haben als Mitarbeitenden. Ich habe das dann natürlich sehr gut überlegt, bin dann in den Prozess rein und hatte dann zuallererst erstmal ein Gespräch mit ihm. Ich dachte mir, okay, wenn du schon direkt mit dem höchsten Manager, also dem CEO des Unternehmens sprich, ist es eigentlich relativ einfacher und sagt da Prozess. Denkste, was danach kam, hat mich tatsächlich, ähm, ja, wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Ich hatte erst mal ein Interview mit dem ganzen Team, hab dementsprechend mit jedem Einzelnen, der in diesem Unternehmen gearbeitet hat, mal ein Gespräch geführt. Anschließend hieß es, ja, okay, cool, danke dafür. Ich hab hier einen Berater zur Seite, der mit mir gemeinsam das Wachstum steuert. Hast du nicht Lust, noch mal ins Gespräch mit ihm zu gehen und mit mir? Dachte ich mir, okay, können wir auch gerne noch mal machen. Wir saßen dann in diesem Interview, ich gegenüber diesen beiden Personen. eine Stunde lang circa, dann im Nachgang die Information zu bekommen, hey, er findet dich gut, aber keine Aussage von ihm, ob er mich gut findet. Und dann ging es natürlich noch mal weiter. Er hat alle meine Arbeitszeugnisse angefragt, noch mal nach Empfehlungen gefragt, habe ich ihm dann alles geliefert, dann im Anschluss die Info zu bekommen, hey, schau mal hier, ich habe von einem ehemaligen Arbeitgeber von dir noch mal eine Info bekommen, habe eine E-Mail weitergeleitet bekommen von dem Unternehmen. wo dann drinne stand, kann nicht so viel über ihn sagen, hab nicht direkt mit ihm gearbeitet, was auch sehr überraschend war, dann im Anschluss, nachdem wirklich, ich hab mich komplett nackig gemacht, wie so Glas Mensch, Big Brother is watching you, dann nichts zu sagen zu bekommen für den Job. Eigentlich hätte es da schon Alarm schlagen müssen, ganz viele Red Flags, aber es war halt ein unverstehend gutes Paket, sodass ich am Ende doch unterzeichnet hab.
Ailyn Arnold: Und war es danach eine gute Idee, nach dem du unterzeichnet hast? Oder hat sich dann die Kultur gezeigt?
Patrick: Genau das war dann der Punkt. Also zu Beginn war ich der super tolle neue Mitarbeiter, der sehr viel Verantwortung übernehmen durfte oder musste, wie man es halt sieht. Es war alles schön und gut, jedoch hat sich dann nach drei Monaten das wahre Gesicht der Unternehmensführung gezeigt. Also es sind viele Sachen ans Tageslicht gekommen. Es wurden während des Prozesses sehr viele Sachen verschwiegen, versprochen, die nicht eingehalten wurden. Und sagen wir es mal so, ich habe während der Probezeit das Verhältnis aufgelöst.
Ailyn Arnold: Also kann man fast sagen, das gute Paket war dann eher so ein Schadenspaket, was man dir da angeboten hat oder hat das auch nicht ausgereicht für den Schaden, den du da vongetragen hast?
Patrick: Ich würde tatsächlich sagen, Schadenspaket ist sogar noch ganz nett ausgedrückt. Ich würde eher sagen Schmerzensgeld. Und das Schmerzensgeld war tatsächlich die ersten paar Monate in Ordnung für das, ich aushalten musste. Jetzt aber rückblickend so gar nicht, weil ich habe mir tatsächlich nach diesem Job erst mal eine zehnmöntige Auszeit genommen, mit mir selber klarzukommen, das Ganze zu verarbeiten, weil es ... am Ende des Tages nicht nur mich belastet hat, auch mein Umfeld und auch meine Mitarbeitenden, weil ich dort auch Führungsverantwortung hatte. Und sagen wir es mal so, wenn du morgens aufstehst mit Bauchschmerzen und du dich selber im Spiegel nicht mehr erkennst, dann ist irgendwas falsch.
Ailyn Arnold: Ja. Das ist was ganz, ganz Wichtiges, was du sagst. Darüber haben Björn und Patrick und ich auch schon öfters an verschiedenen Stationen den Folgen gesprochen, dass wenn man morgens aufsteht und der erste Gedanke, den man irgendwie hat, ist Arbeit in einem negativen Sinn. Man hat Angst, man weiß nicht, wie man Dinge bewältigt oder man denkt sich, die Zeit reicht nicht. Dann stimmt etwas nicht mit der Position in Kombination mit dir. Ja, und das ist einfach was, dem muss man sich klar werden und da muss man auch ganz ganz ehrlich zu sich selbst sein, auch wenn man vielleicht gerade an dem Punkt ist und denkt, ich kann doch jetzt aber nicht abbrechen oder ich kann nicht woanders hin, dass man diesen Gedanken hat, das normal, aber man darf da nicht feststecken. Du hast jetzt den Weg gewählt, du hast das aufgelöstes Verhältnis. Ganz viele, die ich kenne, die machen das nicht. Und auch ich muss sagen, ich bin schon an ein oder anderen Stelle Rehertuperspektive zu lange geblieben, to be honest. Mich, weil aber dachte, ich muss durchhalten, sondern weil ich eher so ein bisschen veranlagt dazu bin, Dinge durchzuhalten und dann erst hinterherzusehen, wie doof das eigentlich war. Und Leute, das ist nicht einfach, aber da müsst ihr wirklich mal drüber nachdenken, dass es kein Zustand... Ihr werdet perspektivisch noch sehr lange arbeiten gehen müssen und wenn ihr euch vorstellt, müsst ja jeden Tag hingehen, für noch eine längere Zeit, dann ist das vielleicht ein großes Problem und das macht einen auch kaputt. Vor allen Dingen im Sales ist es ja auch so.
Patrick: Vielen Dank.
Ailyn Arnold: Jetzt hast du gesagt Schmerzensgeld. Ich habe jetzt schon von vielen gehört und auch auf LinkedIn gelesen, dass wenn das Angebot sich zu gut anhört wahr zu sein, dann ist meine Erfahrung, dann ist es auch nicht wahr. Dann kriegst du zwar diese Kohle, vielleicht auch nicht immer, da können wir über Bonussysteme reden, die da nicht ganz passen, aber es gibt einen Grund, warum diese Stelle so gut bezahlt wird, für angeblich so wenig du zu tun hast. Wenn du dann hinkommst, stellt sich raus, ist nicht so. Du hast gesagt, das hat sich auf dein Umfeld mit ausgewirkt. Kannst dir vielleicht mal bisschen näher darauf eingehen, was es so wirklich für Konsequenzen hatte?
Patrick: Sehr gerne. Also was ich dazu halt auch noch mal so sagen kann, für die Followschaft, für die Mithöre, bleiben jeden Preis ist am Ende kein Loyalitätsbeweis für die Company, sondern es ist eher Angst. Und gerade in unserer heutigen Gesellschaft wird Durchhalten immer romantisiert, sei es im Job, sei es in der Partnerschaft, wie auch immer. Aber das Problem daran ist einfach, dass toxische Umfelder den Selbstwert zerstören. Und wenn man irgendwann denkt, man ist nicht gut genug oder auf guter Hölle hat es scheiße, dann denkt man das irgendwann auch und lebt das dann genauso. ich würde auch immer sagen, der Bruch begründet ist, ist es viel stärker als zehn Jahre Leid zum Beispiel. Und jeder Lebenslauf ist erklärbar, wenn man Haltung dafür zeigt und man ein gutes Gegenüber hat, was auch zuhört und verstehen möchte. Und bezüglich meines Umfelds, ja. Man ist dann, also ich hab selber bei mir gemerkt, ich hatte keine Energie mehr, mit Freunden was zu machen. Ich hab meinen Sport komplett sausen lassen. Ich hab mich letztendlich vor der PlayStation versteckt. Bin zockenbetrieben. Des Weiteren halt auch einfach versucht, dem Alltag zu fliehen mit allem, was irgendwie dazugehört. Am Wochenende. ein übern Durst trinken. Man verändert sich halt einfach in so einem Umfeld. Und gerade auch wenn man die Belastung auch am Wochenende spürt, wenn du von deiner Führungskraft am Wochenende, auf gut Deutsch gesagt, belästigt wirst. Also es ist ja nichts anderes als Belästigung, wenn man einen Vertrag unterschrieben hat als Angestellter, am Wochenende penetriert zu werden. Das macht halt ganz, ganz viel mit dir und deiner Psyche. Ich weiß, dass du auch jemand bist, manchmal meine Beiträge auf LinkedIn likt und auch liest. Für mich ist inzwischen Mental Health kein Gelaber mehr, sondern einfach, ich lebe. Denn am Ende des Tages, wenn ich mich wohlfühle in mir und bei mir bin, kopfmäßig und auch physisch, dann kann ich das Beste geben und performen für mein Team.
Ailyn Arnold: Du hast ja auch gesagt, dass du in dem Fall ja auch Teamverantwortung hattest und dass auch das sich auf die Leute ausgewühlt hat, beziehungsweise auf deine Performance gegenüber dem Team, was du hattest. Ich meine, du hast ja sicherlich auch einen Anspruch an dich, wie du ein Team führen möchtest und scheinbar warst du nicht in der Lage, das dann durchzuziehen. Und ich glaube, das sind so Sachen, die andere dann auch bisschen unterschätzen. Viele sind glaube ich so, okay, klar Mental Health, privat, okay, verstehe ich, kann sein. Aber du hast ja gerade wirklich mal den Punkt angesprochen. Ich bin gar nicht die Führungskraft gewesen, die ich sein wollte. Hast du da vielleicht noch mal bisschen was, was man besser greifen kann, was du vielleicht nicht geschafft hast oder gemacht hast, was du aber eigentlich von dir erwartest als Führungskraft?
Patrick: Natürlich, auf alle Fälle. Gerade in solchen toxischen Umfeldern kann es passieren, dass deine Mitarbeitenden zu Freunden werden. Und ganz wichtiger Punkt, was ich auch mitgeben möchte, deine Kollegen sind nicht deine Freunde. Deine Arbeit ist kein Freundeskreis. Dieses Versprechen nach dem Motto, wir sind eine Familie, das sind Sektenstrukturen. Da muss man wirklich aufpassen. Das wird romantisiert, auch gerade in der SaaS-Welt, in der Tech-Welt, in der Start-up-Welt. Sympathie ist keine Loyalität. Interessen ändern sich immer mit Macht, Druck und Bonus. Es gibt Leute, sind einfach geldgeil und raten. Muss ich einfach mal so sagen. Und Informationen sind Währung. Ist einfach ein Austausch. Wenn der eine Information hat, tauscht er sich aus gegen etwas anderes. Und das habe ich halt einfach gemerkt. ich habe während gerade, wenn wir über diese Stelle sprechen, einfach gemerkt, dass meine Mitarbeitenden dadurch, dass wir halt alle diese Probleme hatten, irgendwie zu Freunden wurden. Und dadurch wurde auch von meiner Belegschaft zu viel Privates zu früh geteilt. Und außerdem hat auch das Management viel zu früh mit mir, viel zu private Thematiken geteilt. Und das ist für mich tatsächlich auch schon wieder eine Red Flag. Was ich am Ende daraus auch gelernt habe, freundlich sein ja, naiv sein nein. Es ist Arbeit, man wird dafür bezahlt und am Ende muss jeder performen, ansonsten bist du austauschbar.
Ailyn Arnold: Du hast vorhin auch was über Romantisieren gesagt und ich muss gerade dieses, wir sind ja alle Familie und Sekte, es ist unfassbar, dass das tatsächlich ja noch immer so ein Go-To-Ansatz ist. Vor allen Dingen, wenn es Startups geht, also was ich ja ganz oft auch auf LinkedIn sehe, ja, hey, wir haben irgendwie gegründet Anfang 20 und dann wird so romantisiert, ja, wir sind in einer Alperwohnung und wir schlafen und wohnen zusammen und irgendwie die Belegschaft ist jetzt auch mit eingezogen. Wir haben drei Zimmerwohnungen und wir hustlen, Co-Calling von morgens acht bis abends acht am Wochenende und hängen zusammen ab und das klingt irgendwie so voll cool für Ich glaube vor allem für junge Leute, ich persönlich. Ich bin mittlerweile auch schon bisschen älter. denke mir halt einfach nur so, mein Gott, das klingt nach WG gar kein Bock. Aber für die Jungen, glaube ich, ist das halt voll cool. Aber ich sehe da halt auch, wie du sagst, eine gewisse Problematik, wenn halt in der Hinsicht zu Freundschaft und und Kollegschaft zusammen verschmilzt. Ich will damit nicht sagen, dass man mit seinen Kollegen da draußen nicht... irgendwo eine gewisse Freundschaft aufbauen kann. Das kann außerhalb irgendwie passieren, Gottes willen. Aber ich glaube gerade dieses, wenn man halt die ganze Zeit zusammen ist und dann eben auch, wie du sagst, unter derselben Sache leidet, dann schweißt einen das zusammen. Gleichzeitig hält man aber das ganze System auch wiederum aus, weil mir fällt ein, mir hat das mal jemand erzählt, ich weiß gar nicht mehr, wer das war, aber es war auch bei einem Bewerbungsprozess, war auch ein Start-up. Und da hieß es auch so, wir kommen auch wirklich, jeder hat Bock ins Office zu kommen, wir sind von Montag bis Freitag da, wir kommen irgendwie schon nach dem Sport 8 dahin und sind dann noch meistens bis 18, 19 Uhr so im Office. Das hört sich cool an, wir sind alle miteinander cool, alle machen ihre Dinger da, vielleicht trinken wir auch noch was. Und das Krasse ist, wenn man das mal bisschen sacken lässt, dann muss man eigentlich mal zwischen die Zeilen lesen, was das bedeutet. Dass du den ganzen Tag da bist, dass du den ganzen Tag hustles und dass du eigentlich nur noch in dieser Bubble bist, dein Privatleben. irgendwie auch verschwimmt und dass das aber auch ausnutzbar ist, System. Nehmen wir mal an, du bist jetzt ein Scheißleader und nutzt deine Leute dementsprechend auch aus. Was siehst du da eigentlich für Gefahren, die so ein Leader für sich und für das Unternehmen nutzen kann, beziehungsweise vielleicht auch so ein CEO, der dann auch ganz nah dran ist. Was siehst du dafür für Probleme, sag ich mal, ausgenutzt werden, wo andere vielleicht aber versuchen, eigentlich nur ihren Job zu machen?
Patrick: Super viele Sachen. In allererster Linie sehe ich das schon so bisschen als modernes Sklaverei, weil die Leute ihren kompletten Alltag, ihr ganzes Leben für die Company aufopfern und verbringen und meistens sogar noch ziemlich schlecht bezahlt werden dafür. Ist einfach so. Ich selber habe auch zu Beginn meiner Karriere mal so was mitgelebt, fast zwei Jahre lang. Dazu kann ich etwas sagen, was vielleicht auch mit einhergeht. Also gerade für die Leute, sich in solchen Strukturen dann auch befinden. Never fuck the company. Also versucht wirklich auch in diesem Konstrukt, weil du hast ja keine andere Wahl. Du musst dich ja irgendwie orientieren und machen uns nichts vor. Wir alle streben nach Verbindung und haben auch letztendlich Bedürfnisse. Ja, man sollte emotional investieren, ja. Also irgendwie schon mit einer Brand sich, ja. auseinandersetzen, also eine Brand verkörpern, sagen wir es mal so, ist was schönes und nach außen hin auch diese Brand leben. Aber zu sagen, hey, ich mache jetzt alles und überhaupt und ich habe hier meine Partnerin, ich habe hier, ich bringe meine Kinder sogar in den Kindergarten und so weiter, finde ich ein bisschen übertrieben. Denn der Kernpunkt meiner Meinung nach ist, dass Unternehmen Systeme sind und keine Person. Dankbarkeit. endet oft bei KPIs. Gerade im Sales bist du in dem einen Monat mit 150 Prozent Zielerreichung, die Rakete, performst du im nächsten Monat nicht, bist du wieder eine Null und musst du wieder Sorgen machen, dass HR auf dich zukommt und mit dir Gespräche führst. Also es ist halt schon ein bisschen bitter, wenn man das so von dir Seite betrachtet. Und Kündigungen sind wirklich selten persönlich, aber sie wirken halt einfach persönlich in solchen Umfeldern. Und auch gerade Wenn man so stark emotional investiert ist, denkst du dir, boah, ich würde dem Unternehmen weh, wenn ich kündige. Aber machen wir uns einfach nichts vor, wenn ich morgen tot bin, werde ich direkt ausgetauscht mit dem nächsten Heini. Es ist einfach so. Ich glaube, der Kernpunkt, was Leute sich vor Augen führen müssen, ist, eine Firma hat keine Gefühle. Man selber schon.
Ailyn Arnold: Das ist ein sehr, sehr wichtiger und guter Punkt. Nehmt euch doch schon mal mit, Leute. Jetzt haben wir über Start-ups gesprochen. Vielleicht würde ich das auch noch Scale-ups zuordnen. Meinst du aber, dass die Situation in einem Konzern genau dieselbe ist oder ist es da ein bisschen anders?
Patrick: Das ist eine sehr gute Frage, Eileen. Ich selber habe jetzt ja schon Startups, Scalabs und auch Großkonzerne hinter mir oder vor mir. Und ich würde einfach mal behaupten, dass es in einem Konzern wirklich einfach ist, Privats und Berufliches zu trennen. Denn in so kleiner Unternehmen werden Grenzen als Egoismus gesehen. Wohingegen in einem Konzern das Ganze einfach Selbstschutz ist. Und wenn du eine gute Führungskraft hast und das Ganze auch wirklich von der Hierarchie her, Hierarchie hin oder her, aber wirklich vom Gesamtkonstrukt, also so ist, dass du deine Plus-Einsen hast, gebacked wirst von den Leuten und so weiter, ist es dort angenehmer zu arbeiten. Und ich finde tatsächlich auch, dass man gerade in Konzernen, auch einfach durch die Professionalität, Redflex schon im Prozess viel früher ernst nehmen kann. Des Weiteren habe ich in keinem Konzern irgendwie gehört, sind eine Familie, also diese Warnsignale. tatsächlich würde ich sagen, auch einfach durch richtige Strukturen merkt man, okay, das ist ein Unternehmen und irgendwie keine Sache, die versucht, ein Unternehmen zu sein oder zu werden.
Ailyn Arnold: Okay, also ist die größere Gefahr schon eher beim Start-up Scale-up, was nicht das Ausschließt, dass es im Konzern anders laufen kann oder so. Jetzt geht es natürlich darum, dass wir den Leuten noch ein bisschen helfen, wie man bestimmte schlechte Kulturen auch erkennen könnte, gerade im Interview-Prozess. Du hast von gesprochen, dass es einige Red Flags gab, die du aber nicht ernst genommen hast. Nach der ganzen Erfahrung, du hattest und die vielleicht auch schon im Austausch mit anderen hattest, was würdest du sagen, sind so paar Redflex in einem Interviewprozess, die eigentlich wirklich immer kommen oder auf die man achten sollte, die dann hinterher eigentlich schon darauf schließen lassen, dass das nicht das geilste Unternehmen sein wird, egal was sie dir versprechen. Gibt es sowas überhaupt? Und wenn ja, was würdest du sagen, so vielleicht, und wenn es nur ein, zwei sind, was würdest du sagen, das für Redflex, auf die wir achten könnten?
Patrick: jeden Fall. Also ich würde tatsächlich sagen, so eine Sache, die ich tatsächlich bei den Unternehmen gemerkt habe, wo ich mich dann irgendwann unwohl gefühlt habe. Übergriffigkeit beginnt subtil, auch schon im Hiringprozess. Das können so kleine Anerkungen sein oder auch die Fragen letztendlich, die im Prozess gestellt werden. Also wird es zu privat zum Beispiel? Achtung, Achtung! Des Weiteren wenn dein Gegenüber die Person nur schön redet, also wirklich nichts Negatives sagen kann und auch immer wieder betont, wie toll die Unternehmenskultur ist und wie toll die Benefits sind. Auch Achtung, Achtung, Achtung, weil keine Welt ist perfekt. Es gibt immer Punkte, die nicht so toll sind. Und ich in der heutigen Zeit, wo fast jedes Unternehmen davon spricht, ja, tolle Feedbackkultur und so weiter. Dann sollte man auch im Interviewprozess einfach mal als Recruiter oder als HR-Mitarbeitender ehrlich sein und sagen, das und das ist vielleicht gar nicht so gut hier, aber hey, du kannst Feedback geben und vielleicht finden wir gemeinsam eine Lösung oder du kannst Impact mit einbringen. Was noch? Genau, also, da würde ich sogar eher ... auf mich selber schauen, beziehungsweise als Person, die dann das Interview hat mit HR oder den Recruitern, die richtigen Fragen stellen. auch mal über den Tellerrand schauen und unangenehme Fragen stellen, wie zum Beispiel, was war die letzte schwierige Entscheidung im Team? Warum haben die letzten zwei Leute gekündigt? Was auch immer. Also wirklich auch so bisschen anecken, zu gucken, wie das Gegenüber reagiert. Weil ich kenne es natürlich von mir selber. Ich ecke gerne mal an. Ich stelle auch unangenehme Fragen, weiß aber von vielen Freunden und auch aus meinem linken Umfeld, dass sie sich vielleicht nicht trauen, solche Fragen zu stellen, weil sie unbedingt diesen Job haben wollen oder unbedingt brauchen aufgrund der Lebenssituation, der Umstände. ja, es ist auch letztendlich, würde ich sagen, viel Bauchgefühl. Also Man darf sich von seinem Bauchgefühl nicht täuschen lassen. Es ist ein supergroßes Organ. Danke dafür, dass wir es haben. Und wenn es irgendwie kribbelt während des Gesprächs, dann ist irgendwas im Busch.
Ailyn Arnold: Positiv oder negativ, je nachdem, wie man das Krim interpretiert. ich muss sagen, klar, ich stelle mittlerweile auch andere Fragen und ich achte auf andere Dinge. Also ich mache ganz anderen Research über ein Unternehmen. Ich gucke mir Reviews an, ich gucke mir auch, was ist die Fructuation? Ich spreche auch mit ehemaligen Kollegen dort oder auch mit Kollegen, die noch dort sind und mache das alles. Vor allen Dingen auch, ich meine, durch Communities und sowas, in denen wir auch gut unterwegs sind, kriegt man ja auch nochmal die Möglichkeit noch
Patrick: Genau, richtig.
Ailyn Arnold: engere Kontakte zu herzustellen und vielleicht auch noch ein bisschen mehr Ehrlichkeit rauszubekommen. Muss aber echt sagen, dass ich so den richtigen Dreh nicht raushabe. Also wenn mich jemand fragt, ich würde auch Tipps geben, worauf ich achten würde, aber ich würde auch gleichzeitig sagen Leute, ist kein Versprechen, weil ich muss sagen, ich habe auch schon einiges davon angewendet an unterschiedlichen Stellen in der Vergangenheit und ich muss trotzdem sagen, ich bin trotzdem auch auf Sachen reingefallen, weil sie wurden dargestellt. Die sind total toll. Oder ich hab mit, mit oder ich dachte, das, ich eigentlich suche, das haben die und es ist voll gut, dass sie es haben. Und dann, während ich da war, hab ich gemerkt, spielt eigentlich gar keine Rolle, dass sie es haben. Because they don't care. Also das ist letztendlich auch nur in der Theorie vorhanden und auch nicht in der Praxis. Und das merkst du dann natürlich nur dann, wenn du da bist. Oder es sagt dir halt jemand, da komme ich wieder zu den Punkten, hab ich mit ehemaligen und neuen Kollegen gesprochen. Ja, haben alle gesagt, ist das cool? Ja. War es cool? Nein. Das kann auch passieren, Leute. Die Leute können euch auch anlügen oder sagen Sachen aus Angst aufgrund der Situation. Nehmt die Sachen mit, probiert euch aus. Ich hab noch nicht die perfekte Anleitung für den guten Interviewprozess. Aber du lachst und schüttest den Kopf auch nicht.
Patrick: Nee, auf alle Fälle nicht, Eileen. Ich meine, was man sich immer wieder vor Augen führen muss, am Ende sind wir alle irrationale Wesen. Was macht den Menschen zum Menschen? Die Planlosigkeit, die Irrationalität oder vielleicht auch die Intelligenz. Ich kann es dir nicht sagen. Und das ist wirklich immer die Frage, wen hast du vor dir sitzen? Was ich dir aber sagen kann, ist, gerade in der Businesswelt, das macht reales und nicht immer fair. Die Narrative werden immer von oben geschrieben. Es ist total egal, mit wem du sprichst. Am Ende des Tages entscheidet oben. Was oben ist, sei auch mal dahingestellt. Politik schlägt immer Leistung. Du kannst der beste Mitarbeiter sein, wenn die Politik intern sagt, edgy badge, dann ist es so. Und was ich im Laufe meiner Karriere immer wieder gemerkt habe, auch wichtig, denke ich, für unsere Hörerschaft, näher zur C-Level ist Chance und Risiko zugleich. Denn je höher man die Ebenen erklimmt, desto wichtiger ist deine Wahrnehmung. Und alles was man sagt und tut, kann weitergetragen werden und wird für, aber auch gegen dich verwendet.
Ailyn Arnold: mal ein Beispiel, wenn es ein Benefit ist und geben wir mal ein Beispiel dafür, wenn es ein Nachteil ist.
Patrick: Genau, und Benefit ist zum Beispiel, wenn du mit dem Geschäftsführer per du bist und irgendwie Budget brauchst für eine Veranstaltung, ich damals zum Beispiel, hab gefragt, hör mal zu, ich will einen FIFA Turnier veranstalten, wie sieht's aus mit Budget und Getränken? Klar, easy, wir. So, das nähe super. Wo Nähe überhaupt nicht super ist, ist wenn du an die besagte Person reportest und diese dich an einem Sonntagabend 22 Uhr anruft und sagt, bis Montagfrüh muss das fertig sein. Und du gerade, ja, geschlafen hast oder was auch immer, du weißt aber, verdammt, wenn ich bis Montagmorgen nicht fertig habe, bin ich richtig am Arsch.
Ailyn Arnold: Was würdest du den Leuten da draußen empfehlen? Wann sollte man die Nähe aufbauen und wann sollte man vielleicht nicht unbedingt diese Nähe aufbauen? keine Ahnung, wenn ich zum Beispiel sage, ich will Karriere machen, macht es vielleicht Sinn, mich mit denen besser zu verstehen. Wenn ich sage, ich möchte irgendwo dazwischen einfach nur meinen Job machen, macht es vielleicht keinen Sinn. Also wo bringt es Leuten was und wo sollten sie sich dreimal überlegen, ob sie das wirklich wollen?
Patrick: Es ist auch eine sehr gute Frage. Ich glaube, das kann man auch nicht pauschalisieren und da würde ich auch niemandem irgendwie von abraten oder zu raten. Es ist meiner Meinung nach Common Sense. Also wenn du eine richtig geile Geschäftsleitung hast und richtig geile C-Level und die sage ich mal menschlich sind, dann ist total egal. Dann sei immer close mit denen. Verstehst du, wie ich meine? Auf der anderen Seite hingegen, wenn es aber ja, ein sehr toxisches Umfeld ist, also gerade in toxischen Umfeldern. Oder man einfach merkt, hey, wir sind unmenschlich, würde ich es komplett sein lassen. Also, ich glaube, da gibt es kein richtig und falsch, sondern man muss es halt für sich selber überlegen. Denn man kann auch ohne mit den Leuten an der Spitze Karriere machen. Weil Karriere ist ja auch so eine Frage für sich. Was definiert man unter Karriere? Der eine ... möchte Karriere machen, gerade im Sales zum Beispiel, als Vertriebler und mag es, das einfach mit seinen Kunden alles zu tun und will gar nicht irgendwie in diese ganzen Meetings mit den internen Scheidern. Auf der anderen Seite gibt es aber Mitarbeitende, die sagen, hey, ich möchte irgendwann operativ die ganzen Sachen steuern und dann sollte man sich auch mit den Leuten, sage ich mal, gut schließen. Ich glaube, das ist jedem überlassen, aber was ich auf alle Fälle Dazu sagen kann ist deine Selbstvermarktung unternehmen. Also sei authentisch, sei du selbst. Und ich glaube, man mit sich selber am rein ist, dann kann dich auch keiner im Unternehmen nicht bürgen.
Ailyn Arnold: Das finde ich schon mal gut. Authentisch ist ja, das ist ja hier einfach auch das Motto in dem Ganzen. Es ist ganz interessant, weil das ganz oft passiert im Sales, dass eigentlich immer so, wie komme ich weiter? Wie kann ich überleben? Wie kann ich die Karriere steigern? Wie kann ich mich positionieren? Ganz oft die Antwort einfach ist, sei mal authentisch. Es klingt so simpel und es ist, glaube ich, auch in der Hinsicht simpel, aber es ist gar nicht so einfach, manchmal es zu machen. Weil, jetzt kommen wir auch zu dem Punkt, wenn du in einem Unternehmen bist, in dem du authentisch bist, dann gibt es genau zwei Möglichkeiten, wie das Unternehmen auf dich reagiert. Erstens, sie finden es gut und du bist damit genau richtig. Oder zweitens, sie finden es nicht gut und du bist ihnen ein Dorn im Auge. Das ist tatsächlich meine Erfahrung und das ist auch was, wo ich persönlich gelernt habe, da muss man auch für sich entscheiden, was möchte ich in diesem Unternehmen? Bin ich damit d'accord, wenn man mich nicht mag, aber ich bin dafür ich? Und zwangsläufig muss ich mir was anderes suchen, weil entweder werde ich es nicht aushalten wollen oder die werden mich loswerden wollen. Oder ich bin eben d'accord damit, dass man mich nicht authentisch findet. Ja, und ich kann das eben überleben. Und das sind eben zwei Sachen, das muss man erstmal für sich definieren. Und dann kann man eben damit auch umgehen, wie die Leute über das Unternehmen mit dir umgeht. Es kann aber eben Vor- und Nachteil haben. Ich persönlich. finde, man sollte es immer sein und wenn das Unternehmen nicht gut darauf reagiert, ist es nicht das richtige Unternehmen. Ich weiß aber, und das habe ich auch selber gesehen, es gibt tatsächlich Leute, und das bewundere ich irgendwo in einer gewissen Art und Weise auch, die im Unternehmen anders sein können, die nicht authentisch sind, weil sie dieses ganze politische Konstrukt mitmachen können und damit klarkommen. Ich persönlich komm überhaupt gar nicht damit klar. Ich eck bei so was extrem an. Ich kann mir vorstellen, dass du auch an eckst, Patrick. Aber bitte, sag es. Eckst an oder kommst du mit so was klar?
Patrick: Ich eck an, also schon mein ganzes Leben lang. Also es hat, glaube ich, eine Schule schon angefangen, eine Grundschule. Aber es ist mir halt inzwischen egal. Und ich verstehe diese Leute. Ich habe tatsächlich damals auch in Unternehmen eine Rolle gespielt, um es zu gefallen oder um nicht anzuecken. Was ich aber jetzt mit Anfang 30 gelernt und gemerkt habe, Selbstvermattung ist keine Arroganz, sondern es ist Verantwortung übernehmen für sich selber. Man sollte schon meiner Meinung nach ganz klar sagen können, was man kann. Nicht so tun, als ob man irgendwas kann. Am Ende sieht man die Ergebnisse so. Die kann man halt nicht faken. Und ich würde sagen, dass gerade die Story zu solchen Charakteren wie dir und mir viel spannender ist als irgendwie so Stationsablauf oder glatt gebügelt. glatt gebügelt Persönlichkeit, weißt du? Und ich bin halt, wie ich bin, irgendwo. Klar, ich versuche mich auch jeden Tag zu verbessern. Ich bin auch ein sehr großer Freund vom lebenslangen Lernen. Ich lerne jeden Tag dazu. Aber die Charakterzüge, die mich zu mir machen, das bin ich so. Ich würde auch behaupten, dass das ganze Leben irgendwo Sales ist, denn wenn man sich selber nicht verkauft, verkauft dich irgendjemand anders, aber viel schlechter.
Ailyn Arnold: Das ist ein sehr schönes Zitat. Das ist jetzt schon, glaube ich, mein Lieblingszitat der Folge. Weißt du, für mich, weil du gerade auch sagst, anecken, ich weiß, dass ich vor allen Dingen im Anfang meiner Sales-Zeit auch angeeckt bin, weil ich immer gesagt habe, absolut, also ich bin absoluter Rookie, gar keine Ahnung vom Sales gehabt, SDR geworden, ich hatte nicht mehr Ahnung, was ich da eigentlich verkaufe, ich wusste nicht mal, dass es existiert. Ich habe die Chance bekommen, das hat mich gefreut und ich war halt sehr lange in dieser Dankes- in dieser, hey, ich hab eigentlich keine Ahnung davon, bin jetzt auf einmal hier im Software Sales, ich verdiene richtig gutes Geld. Damals war es auch noch kein richtig gutes Geld im Verhältnis zu Sales, weil es hier jetzt mittlerweile war es nicht, aber für mich war es viel. Und dachte mir so, ey, das ermöglicht mir hier gerade so viel. Und wer bin ich schon zu sagen, dass das oder das nicht richtig läuft oder ich eine andere Meinung habe, ich habe eigentlich gar keine Ahnung. So. Und da kam dann immer mein innerer Kampf von meinem logischen Menschenverstand, den ich irgendwie hatte. und dem, was intern gelaufen ist und gleichzeitig dann dem, du hast ja gar nicht so viel Erfahrung, du hast kein Unternehmen gegründet einnehmen, du hast noch keinen Sales gemacht, du bist kein Manager. Das wird schon so stimmen. Das hat sich aber irgendwann immer mehr in mir zugespitselig gesagt habe, sorry, das, mir hier an Sales beibringt. Und das war, jetzt red du Perspektive gerne, kann ich das sagen, absoluter Bullshit, das war halt US Sales am Dachmarkt. So, damals war ich so des... Das fühlt sich nicht richtig an, das funktioniert so nicht Leute. Nein, ihr könnt so nicht telefonieren. Aber es wird ja eingebläut. Natürlich kannst du... Hi, hier ist Aileen. Do you have 27 seconds? Das ist ein Opener, bringt die Leute durcheinander. Weißt du? Und ich dachte, gut, dann muss ich das machen. Hab mich nicht gut damit gefühlt, hab's auch nicht gut gemacht und kam auch nicht gut an. Heute, nach fast sieben Jahren Software Sales, würde ich meinem Ich von vor sieben Jahren sagen, alles richtig gemacht, Aileen. Ich bin in der Zeit aber super oft angeeckt. Ich war mit mir selber nicht im Rhein, weil ich halt immer die einst Themen angekämpft habe und gesagt habe, irgendwie fühlt sich das nicht richtig an. das bedeutet aber auch, dass man an ganz vielen Stellen eben mit sich selber auch irgendwie unzufrieden ist. Und das muss man irgendwie auch aushalten. Das ist, würde ich sagen, jetzt nicht unbedingt sogar ein Sales spezifisches Ding. Das glaube ich, gibt es auch in anderen Berufen. Aber das ist zum Beispiel was, das muss man tatsächlich durchhalten und ich kann auch verstehen, wenn andere das zum Beispiel nicht Bock haben durchzuhalten und dann eben diese Personen werden, von denen du gesprochen hast, die dann einfach mit politisch mitmachen und sagen, ich mach das jetzt einfach so und versuche irgendwie anders mich zu positionieren und gut zu werden. Das ist meine Erfahrung tatsächlich gewesen. Jetzt hast du ja auch Führungserfahrung. Und was mich in dem ganzen Konstrukt toxisches Unternehmen tatsächlich mal auch aus der Führungsperspektive interessiert ist, was ist deiner Meinung nach auch so ein bisschen die Verantwortung von einem Teamlied, das das Beste für sein Team möchte, aber mit diesem Team in einem Unternehmen ist, wo toxische Strukturen herrschen, die vielleicht auch wirklich von von darüber kommen. Weil du bist ja dann genau in der Mitte. Du steckst irgendwie zwischen zwei Stühlen. Da würde mich mal interessieren, was glaubst du als Führungskraft, was ist eigentlich die Verantwortung von so einer Führungskraft, wie man dann mit seinem Team umgehen muss, es vielleicht zu schützen, es vielleicht nicht zu schützen, seinen eigenen Arsch zu retten. Wie siehst du das?
Patrick: Super gute Frage Eileen. Also ich persönlich kann Jan aus meiner Perspektive sprechen und wie ich finde ist ein Leader, ein Leader, der geht voran und ebnet den Weg für sein Team. Und wie ich das Ganze gehändelt habe ist so viel wie möglich fernhalten und abhalten, abwehren. Wie so ein Ritter mit einem Schild von meinem Team. sodass letztendlich die ganze Scheiße von oben beim Trichter abwärts in der Mitte bei mir hängen bleibt. Das wirklich gar nichts nach unten sickert, damit die Leute, mein Team, seine Arbeit vonumfänglich und gut ausüben kann. Denn wie wir am Anfang des Gesprächs ja schon gesagt haben, man kriegt ein Schmerzensgeld und muss dann auch Schmerzen aushalten unter Umständen in dem einen oder anderen Unternehmen. Und ... So sehe ich das letztendlich. Natürlich auch in die andere Richtung das Gespräch suchen und versuchen, vielleicht so bisschen in den Kampf zu ziehen für das Team und hinter dem Team stehen, weil meiner Meinung nach auch aus der Erfahrung heraus als Mitarbeitender ist nichts schlimmer als ein Teamlead, der dich nicht protectet. Deswegen, es ist wie so ein umwandeltes, ich sehe mich oder sehe diese Position als umwandeltes Schutzschild fürs Team. mit Schwertattacke nach oben. Natürlich ohne irgendwas kaputt zu machen auf beiden Ebenen. Und ja, auch gerade in der Kommunikation so wenig Unmut stiften wie möglich nach unten hin, weil es gibt leider gerade in homogenen Teams, also gibt es viele Personas und der eine kann dann vielleicht sage ich mal, starke Kritik oder Probleme ganz gut verkraften. Die andere Person wiederum kann dann nachts nicht schlafen und überlegt morgen, oh Gott, habe ich meinen Job noch oder muss ich jetzt was Neues suchen? Also da halt auch irgendwie die Verantwortung übernehmen, dass jeder Mensch anders ist und das ist auch gut so. Aber halt auch an seiner eigenen Kommunikation zu arbeiten und nicht jeden gleich behandeln. Auch großes Thema gerade. Ich kenne das aus Teams, oft häufig gehört, ja, warum darf er das oder warum macht er das? Warum? Wieso? Weshalb? Hey Leute, bleibt bei euch, vergleicht euch mit euch selber von heute auf morgen. Jeder Mensch braucht eine ganz andere Art und Weise, wie mit ihm gesprochen wird und wie er behandelt wird, vollumfänglich zu leisten und auch zu performen.
Ailyn Arnold: Ich bin voll bei dir. Ich sehe das tatsächlich genauso. Unterschiedliche Personas mit unterschiedlichen Charakteren. Jeder muss unterschiedlich behandelt werden. Deswegen ist es auch ein Balanceakt für so einen Leader. Und wie du gesagt hast, Leader. Ich hasse das Wort Manager, weil Manager managen Zahlen, Leader führen Leute. Das klingt aber, wenn ich mir LinkedIn angucke, gar nicht so nach Sales, weil im Sales... Da gibt es keine Leute, die irgendwie schlechter Kritik können oder nicht können. Bei jeder aus dem Sales muss Kritik abkönnen. Der muss ja jeden Tag sich seine Schelle abholen. Der muss ja eigentlich schon fast drauf stehen, sich die morgens abzuholen. Wenn er sie nicht bekommt, muss er sie sich selber geben. Und als Leader, da darf man nicht so ein Softie sein. Warum brauchst du nicht nett sein? Und wer das nicht aushält, der ist falsch im Sales. Diese Meinung herrscht ja wirklich vor. Ich habe dazu auch schon Kommentare gesehen. Ich sehe das sehr oft in Posts. Ich finde, das liest man raus. Also wie ist das vereinbar eigentlich?
Patrick: Das ist auch eine sehr gute Frage, Eileen. Ich meine, das ist ja auch genau so ein Knackpunkt der heutigen Gesellschaft. Linkedin, klar, ist ein Businessportal, aber immer noch Social Media. Und wenn Menschen sich vor einem Computer mit Tastatur verstecken können, kommen da manchmal die imposantesten, krassesten Sachen bei rum. Leute verkaufen sich als der krasseste Seller, als der High-End-Performer. Und da musste halt nur einer kurz rüberschauen, der die Person kennt und denkt sich so, schon wieder Bullshit, du hier leistest. es ist ja einfach schade und traurig mit anzusehen, dass auch dort halt einfach super viel unnützes Zeug geschrieben und beschrieben wird. Und viele Leute leben auch einfach an der Devise Fake it until you make it. Wird ja schon irgendwie klappen. Auch in meinem Netzwerk gibt es Leute, wo ich weiß, krass, dass du es bis dahin geschafft hast, obwohl du eigentlich gar nicht so viel kannst oder konntest aus der Perspektive, ich habe. Aber jeder kann sich natürlich verbessern und ändern. ja, am Ende gerade Thema LinkedIn so, das Profil gehört dir. Du kannst letztendlich entscheiden, wer du bist. So gibt ja keine Polizei, kontrolliert und sagt hey, hu hu. Außerdem nutzen viele Leute auch ihre Reichweite inzwischen als persönliches Kapital. daraus Profit zu schlagen, sei es in Richtung Karriere. Und ja, ich lese auch jeden Tag die unverstehmtesten, krassesten Sachen. Ich meine, ich gebe manchmal auch meinen Senf dazu. Aber machen wir uns nichts vor, das ist halt auch nur ein Luftschlässchen, was da gebaut wird von den meisten.
Ailyn Arnold: Ja, gehe ich auch voll mit. Ich habe das Gefühl, dass auf LinkedIn teilweise auch Leute so bisschen... Naja, wir müssen alle hart sein im Sales-Schiene fahren, weil... Damit fällt man ein bisschen auf. Damit kriegt man bisschen Aufmerksamkeit, weil das ist eine andere Meinung zu denen, was aktuell schon bisschen eher der Tenor ist, dass Menschen alle unterschiedlich sind und was und gute Führung eigentlich anders ist. Vor allen Dingen auf LinkedIn die ganzen Brückenbauer. aus den älteren Generationen, die dann eben sagen, wir müssen uns mit den Jüngeren auch zusammenbringen und auch Alter-Sales und neue Sales zusammenbringen. können hier nicht mehr von 1980 den Sales machen. Das funktioniert nicht mehr. Und dass dann aber immer noch welche gibt, die sagen, ja, ihr seid alles Mem und Sales ist aber so. Ich glaube, einfach ein bisschen so anzuecken, weil, wie du sagst, am Ende ist es Social Media und du fällst halt nur auf, wenn du was Kontroverses machst. Das sollte jedem klar sein und das ist eben damit der Fall. Und weil du es auch gerade gesagt hast, auch ich weiß natürlich von einigen da draußen, die ich auch teilweise sehr mag, das ist überhaupt gar nicht der Fall, wo ich auch denke, ich verfolge dich jetzt schon lange. Jetzt sagst du irgendwie, du hast auch nicht deine Ziele erreicht. Aber wenn ich mich so zurück erinnere, hast du eigentlich immer gepostet, dass du deine Ziele erreicht hast. Also eigentlich passt das nicht zusammen. Aber alles fair, mach das. ist okay. Das ist deine, dein Profil. Das musst du wissen. Das ist dein Aushängeschild. Bitte mach das. Aber dementsprechend natürlich auch Leute da draußen irgendwie meinen, müsste irgendwie der harte Hund sein im Sales. Leute, you don't know, ob diese Leute nicht samstags irgendwie mit ner Schale Eis vor irgendeinem Sex in the City-Film sitzen und heulen, weil ihr Lebensscheiße ist. Und auf LinkedIn tun sie aber so, als wären sie die krassesten Hustler. Man weiß das nicht, ja? Vielleicht sind sie auch die krassesten Hustler, sie auch, meine Fingern bitte, wenn irgendwie Heul nicht Schwäche ausgeben wird. So what, I don't care, ne? Da wieder ist interessiert nur mich, was ich mache. Ich will noch eine Frage stellen und zwar nochmal das Thema Leader und Team. Bis zu welcher Grenze meinst muss ein Leader gehen? Also es gibt ja natürlich auch dieses, ich stelle mich von meinem Team, ich ecke auch, auch wenn ich eine gute Kommunikation habe, aber ich ecke vielleicht auch immer wieder an meinen Leader an, weil das, was ich mache, gefällt ihm nicht. Bis zu welchem Punkt sollte ein Leader gehen? Sogar so weit, dass er vielleicht gefährdet, seinen Job zu verlieren? Also was sagst du, welches Extrem sollte man gehen?
Patrick: Ich habe eine ganz klare Meinung Eileen. Ich gehe so lange bis mein Kopf rollt. Ich stelle mich vor das Team, mein Kopf rollt zuerst. Das habe ich auch immer so gesagt und das lebe ich auch so.
Ailyn Arnold: Das ist eine sehr klare Antwort. Finde ich aber gut. Ich habe tatsächlich die Erfahrung gemacht und Grüße gehen raus. weißt genau, was ich durch meine. Wo tatsächlich ein sehr guter Manager sich mehrfach vor das Team gestellt hat und dementsprechend uns in den Rücken freigehalten hat. das, womit ich mich auch identifiziere, wo ich geführt werden möchte. Und dann ist der Kopf gerollt, weil man wollte halt nicht, dass diese Person sich vor das Team stellt, sondern die sollte einfach nur ausführende Person von oben nach unten sein. Und das sehe ich leider ganz oft, womit, glaube ich, auch in Unternehmen so richtig schlechte Führung entsteht. da ja auch hier, wenn ihr wirklich von euch behauptet, ihr seid gute Leader, dann müsst ihr es in Kauf nehmen, hier gegebenenfalls gecancelt zu werden von dem Unternehmen. Es ist eigentlich nicht die Option, dass man bleibt, seinen Arsch zu retten, weil dann ist man kein guter guter Lieder mehr, beziehungsweise nicht das, was ich sage, okay, das geht mit dem einher, was du eigentlich versuchst zu repräsentieren. Jetzt sind wir schon bei 46 Minuten. Lass uns den Zuhörer noch was mitgeben. Wenn du sagst, du müsstest jetzt drei Tipps an die Leute da draußen geben, die sich morgen vielleicht in einem Interviewprozess befinden und die rausfinden wollen, ist das ein guter Prozess oder die vielleicht morgen auf die Suche gehen wollen nach einem guten Was wären so drei Tipps, du den Leuten mitgibst, damit sie das Richtige finden?
Patrick: Also der erste Tipp ist tatsächlich, wenn man schon zu Beginn irgendwie merkt, dass seine Grenzen getestet werden, dann werden sie hundertprozentig irgendwann überschritten. Des Weiteren... Wenn ihr wirklich morgens das Gefühl habt, ich kann das nicht mehr, dann beendet es. Also lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende, ich immer. Selber schon häufig durchlebt, bei der Arbeit aber auch in Beziehungen. Und ansonsten machen statt reden. Leute, so viele Leute labern heutzutage, aber trauen sich einfach nicht irgendwie Sachen in die Hand zu nehmen, uns zu tun. So, wir haben alles in uns. Das macht uns, glaube ich, auch zu Menschen. Wenn wir was wollen, dann gibt es immer Wege, das zu erreichen.
Ailyn Arnold: Das waren drei sehr gute Tipps. Es gibt bestimmt noch viel, viel mehr. Und an alle da draußen, vielleicht sagen, das hat mich inspiriert oder ich hätte da noch die eine oder andere Frage, ehrlich, meldet euch bei Patrick. Ich weiß, dass er dafür sehr offen ist und ich kann auch nur empfehlen, ihm zu folgen. Wenn du was postest, dann ist das für mich auch immer sehr authentisch und auch dafür, dass du manchmal... nicht fünf Tage die Woche postest. Auch das finde ich sehr authentisch. Da merkt man immer so, ist jetzt gerade einfach. Du spürst es nicht, du fühlst es nicht und wenn du es fühlst, dann kommt ein richtig guter Post. Da muss ich auch immer drüber nachdenken, wenn ich das lese. Deswegen kann ich es nur empfehlen. Bevor ich dich jetzt entlasse, Patron. Letzte Frage. Was war so die letzte richtig... Miese Scheißerfahrung, du im Sales gemacht hast, wo du sagst, war so ein richtiger Fail. Das kann alles sein. Von einem Interviewprozess bis hin, du hast eine falsche E-Mail geschickt, hast einen Scheißcall gehabt, was auch immer dir gerade einfällt.
Patrick: Also sowas passiert tatsächlich immer wieder. Ich hab mal einen, boah an meiner letzten Sales Stelle, hab ich mal einen Geschäftsführer auf seiner privaten Nummer angerufen und der hat mich dann gefragt, wo ist denn mein Nummer her? Und meinte ich so, ja aus dem Internet. Also so salopp und er meinte, wie aus dem Internet? Ich meinte so, ja kann ich ja nichts für wenn dein Telefonumfeld preisgibt. Also ich war da schon ein bisschen frech und Also halt solche Fails. Gerade so, wenn so überraschende Dinge passiert sind am Telefon, bin ich halt jemand, da ein bisschen zu weit geht? Oder aber, was mir auch häufiger passiert ist, ich habe Personen mit dem falschen Namen angeschrieben, ausversehen, Buchstaben vergessen. Also halt so Flüchtigkeitsfehler. Das passiert auch immer wieder. Ich bin manchmal einfach ein bisschen zu schnell, vielleicht auch ein bisschen zu impulsiv, bin ich ganz offen und ehrlich. Und da entstehen Fehler. ansonsten würde ich sagen, macht einfach Leute, weil gerade in der heutigen Gesellschaft mit Aufnahmespann von irgendwie 15 Sekunden TikTok mäßig, vergessen die Leute morgen, was war.
Ailyn Arnold: Das stimmt. Aber zum Glück haben unsere Zuhörer tatsächlich eine längere Aufmerksamkeitsspanne. Also die meisten hören tatsächlich bis zum Schluss. Von daher keine 15 Sekunden. Patrick, es war mir wirklich ein Vergnügen. Es ist ein sehr emotionales Thema, weil wir alle da auch schon durchgegangen sind. Wir beide sowieso wissen wir auch voneinander. Und wir werden wahrscheinlich in der Zukunft auch noch mal das ein oder andere erleben, wo wir sagen,
Patrick: Ja sehr gut!
Ailyn Arnold: Das war jetzt scheiße, das war toxisch oder da muss ich mir mal überlegen, ob das so bleiben soll. Ich bedanke mich. Es hat wirklich Riesenspaß gemacht. Danke auch für deine Ehrlichkeit. Das weiß ich super zu schätzen. Und ich weiß, dass du das nicht nur für das Format gemacht hast, sondern dass du immer so bist. Deswegen finde ich das noch cooler. Und ihr Lieben, danke, dass ihr dabei seid, dass ihr länger als 15 Sekunden durchgehalten habt. Und ansonsten dürft ihr uns aber trotzdem auf TikTok natürlich abonnieren, Instagram, auf YouTube, auf Spotify, auf Apple Music, überall wo es Podcasts gibt. Und dann hören wir uns tatsächlich auch schon wieder nächste Woche. Mal sehen mit welcher Folge. Ich bedanke mich. Viel Spaß. Bis denn.
Patrick: Bis dahin, ciao!
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